Grevenbroich: Baugebiet „An Mevissen“ soll endlich durchstarten

Wohnen in Grevenbroich : Baugebiet „An Mevissen“ hat laut Stadt zehn Mal so viele Interessenten wie Grundstücke

CDU und SPD wollen das Baugebiet „An Mevissen“ vorantreiben. Die Union möchte die Zahl der Wohneinheiten auf rund 400 begrenzen. Ein Knackpunkt ist der Verkehr, beide Fraktionen wollen eine Anbindung an die L 361 oder K 10.

Der Baubedarf in Wevelinghoven ist gewaltig. Für den ersten und kleinsten Abschnitt des Baugebiets „An Mevissen“ gibt es laut Stadt zehn Mal so viele Interessenten wie Grundstücke. Doch um den Rahmenplan „An Mevissen“, der Grundsätzliches für die vier Bauabschnitte regeln soll, war es ruhig geworden in den vergangenen Monaten. Nun soll es aber vorangehen. Die CDU hat für die Ratssitzung am Donnerstag einen Antrag für ein städtebauliches Konzept gestellt. „Die Nachfrage ist da, wir müssen mit dem nächsten Abschnitt weitermachen“, sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser. Auch die SPD drängt: „Wir müssen weiterkommen. Der Rahmenplan ist Voraussetzung dafür, wichtige Gutachten etwa für Verkehr und Umwelt in Auftrag geben zu können“, betont Fraktionschef Horst Gerbrand, der sich einen Beschluss bereits im Planungsausschuss im März wünscht

Zunächst müssen grundsätzliche Fragen geklärt werden. Wie viele Wohneinheiten sollen entstehen? 2017 hatte die Verwaltung einen Rahmenplan-Entwurf vorgelegt, der mit Blick auf den Wohnungsmangel 579 Wohneinheiten vorsah. 2018 folgte ein Entwurf mit nur 415 Einheiten. Eine solche Größenordnung befürwortet die CDU. Die Zahl der Wohneinheiten soll „auf rund 400 in gemischter Bauweise begrenzt“ werden – zudem soll es „ausreichende Freiraumplanung mit Grünflächen und Anbindungen an Feldflure“ geben. Die Bebauung müsse mit dem Umfeld verträglich sein, fordert Kaiser. SPD-Kollege Gerbrand erklärt, dass „die Strukturen der Gartenstadt mit viel Grün sich im Plan wiederfinden müssen. Der Entwurf sieht eine lockerere Bebauung vor als etwa Am Böhnerfeld und Am Sägewerk verwirklicht wurde.“ Die SPD fordert zudem einen Anteil von 30 Prozent öffentlich geförderter Wohnungen. „Dabei handelt es sich keineswegs um Einfachbauweise“, sagt Gerbrand.

Ein Problem ist der Verkehr. Bislang geplant sind vier Zufahrten in den Ort, beim Stadtteilgespräch befürchteten viele Wevelinghovener eine zu starke Belastung der Ortsdurchfahrt. Die CDU greift Wünsche nach einem Anschluss an L 361 oder K 10 auf. Sie fordert die zusätzliche Anbindung des Baugebiets mit „einem großen Kreisverkehr mit Beipässen“ an der heutigen Kreuzung der L 361 mit der K 10. Die Stadt soll dies mit Kreis und Straßen.NRW prüfen. „Wenn das nicht so geht, hoffen wir, dass ein Stück vorher auf der K 10 eine neue Kreuzung oder ein Kreisel möglich ist“, sagt Kaiser. Er hat nicht nur den Mevissen-Anschluss im Blick, sondern auch Gewerbeflächen. Der Kreuzungspunkt an L 361 oder K 10 könne ein künftiges Gewerbegebiet südlich der Kreisstraße anbinden.

Auch die SPD hat beantragt, dass  die Stadt mit Kreis und Landesbetrieb rasch klärt, ob eine Mevissen-Anbindung an die Landes- oder Kreisstraße Chancen hat. Und UWG-Fraktionschef Carl Windler erklärt: „Wir befürchten, dass es ohne einen solchen Anschluss zum Verkehrskollaps kommt.“

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