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Grevenbroich: Barrensteiner Schützen feiern ihr Fest ohne König​

Schützenfest in Grevenbroich : Barrensteiner Schützen feiern ihr Fest ohne König

Der Bürgerschützenverein Barrenstein hat ein Alleinstellungsmerkmal. Hier wird in einer Schützenhalle gefeiert, nicht in einem Zelt.

Die Kirmes direkt daneben ist winzig: Ein kleines Kinderkarussell, ein Imbisswagen sowie eine Schießbude müssen reichen. Verzicht ist in diesem Jahr auch an anderer, zentraler Stelle erforderlich: In Barrenstein feiert man nach zweijähriger Zwangspause leider ohne Schützenkönig. Dafür gibt es einen guten Grund, den wohl jeder Schütze akzeptiert: Der vor drei Jahren ermittelte König ist vor einiger Zeit Witwer geworden. Er marschiert in seinem Zug als normaler Schütze mit. Morgen wird der neue König ermittelt. Bis jetzt gibt es noch keinen Anwärter, zumindest hat noch niemand sein Interesse bekundet.

110 aktive Schützen, zwei Musikkorps und keine Gastmarschierer sorgten am Samstagabend nicht gerade für einen Zug von rekordverdächtiger Größe. Barrenstein ist ja auch klein und das Regiment hat den Ehrgeiz, so gut wie keine Straße auszulassen – eine kurze Strecke führt sogar über einen Feldweg. Die Uniformjacken mussten nicht getragen werden, die Ärmel der Hemden durften hochgekrempelt werden bei dem schönen warmen, aber nicht tropisch heißen Sommerwetter, Regen war absolut kein Thema. Was ebenfalls erfreulich ist: „Das Biwak vor einer Woche war sehr gut besucht und diesmal nehmen wir bei allen Veranstaltungen in der Festhalle keinen Eintritt“, sagte Geschäftsführer Ralf Schillings. Als der Zug am Samstagabend einmarschierte, schlossen sich ihm viele junge Leute an, die Lust hatten, endlich unbeschwert feiern zu können.

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Da es keinen „großen“ König gibt, kommen auf den Jungschützenkönig diesmal besondere Repräsentationspflichten zu. So wird er heute zusammen mit dem Klompenkönig auftreten. Das Besondere in diesem Jahr: Der amtierende Klompenkönig ist Oberst Pascal Meurer. Seine Adjutant Helmut Folgner und sein Hauptmann Mario Oehmen werden ihn heute für ein paar Stunden ersetzen. Pascal Meurer hatte es auf den Titel „Klompenkönig“ offenbar angelegt, denn das wird nur, wer seine Klompen auf besondere Weise gestaltet hat. Ein besonderes Geschäftsmodell in der Schützenhalle: Wer die Toilette aufsuchte, hatte die Qual der Wahl: Entweder ein 50-Cent-Stück in eine Dose werfen oder die Toilettenbenutzungsflatrate für 3,50 erwerben.

(barni)