Grevenbroich: Bahnhof nach Reizspray-Attacke geräumt - vier Verletzte

Vier Verletzte: Grevenbroicher Bahnhof nach Reizspray-Attacke geräumt

Nach einem Streit im Bahnhofsgebäude in Grevenbroich wurden am Donnerstagmittag mehrere Menschen durch Pfefferspray verletzt. Die Polizei fahndet nun wegen gefährlicher Körperverletzung nach einem Mann und einer auffällig gekleideten Frau.

Nach einem am Bahnhof ausgebrochenen Streit zwischen zwei Männern und einer Frau mussten am Donnerstag mehrere Menschen mit Augenreizungen ins Krankenhaus transportiert werden. Bei der Auseinandersetzung wurde Pfefferspray versprüht, das auch Unbeteiligte verletzte. Wegen des Reizmittel-Einsatzes wurde das gesamte Bahnhofsgebäude von der Feuerwehr geräumt, anschließend musste gründlich gelüftet werden.

Wie Zeugen der Polizei berichteten, hat sich der Streit wie folgt zugetragen. Ein bislang unbekanntes Paar, das sich jedoch häufig am Bahnhof aufhalten soll, wurde gegen 12 Uhr auf der Treppe von einem 31-Jährigen angerempelt. Dabei fiel eine Bierflasche zu Boden, die Auslöser eines handfesten Streits wurde. Nach einer anfänglich verbalen Auseinandersetzung zog der etwa 30 bis 40 Jahre alte unbekannte Mann plötzlich ein Reizstoffsprühgerät aus seiner Tasche und setzte es gegen seinen Kontrahenten ein. Danach flüchtete er mit der etwa 35 Jahre alten Frau.

Die Feuerwehr setzte Elektrolüfter im Bahnhofsgebäude ein. Foto: Staniek

Als der Unbekannte einen schwarzen Gegenstand aus der Tasche zog, dachte Vanessa Merheim, die mit ihrer Mutter Alexandra im Bahnhofs-Kiosk arbeitet, zunächst an ein Messer. "Deshalb haben wir schnell die Polizei verständigt", sagt die 19-Jährige. Kurz danach strömte der Reizstoff in den Verkaufsraum, woraufhin sich Mutter und Tochter hustend nach hinten ins Büro verzogen. Kurz darauf fuhren Polizei und vier Rettungswagen vor.

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Auch die Feuerwehr traf mit neun Einsatzkräften ein. Unter Atemschutz räumten die Einsatzkräfte unter der Leitung von Michael Wolff den gesamten Bahnhof. Auch Mutter und Tochter Merheim mussten das Gebäude verlassen. Alexandra Merheim wurde mit starken Augenreizungen ins Krankenhaus gebracht. Nach ersten Informationen wurden vier Menschen durch die Pfefferspray-Attacke verletzt.

Den Bahnhofs-Kiosk traf es besonders hart. Zusammen mit einem Kollegen war Georg Schlechtriem vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Kreises vor Ort, um den "kontaminierten" Verkaufsraum in Augenschein zu nehmen. Als Sofortmaßnahme wurden alle Lebensmittel - darunter Croissants, belegte Brötchen, Bockwürste und Teigwaren - entsorgt. Anschließend wurde die komplette Grundreinigung der Vitrinen angeordnet. "Am Freitag wird der Kiosk noch einmal gecheckt", sagte Kreissprecher Reinhold Jung gegenüber unserer Redaktion.

Streitereien am Bahnhof seien nichts Ungewöhnliches, sagt Vanessa Mehrheim. "Das passiert hier öfter, das ist schon normal", meint die 19-Jährige. "Davor darf man keine Angst haben." Die Polizei fahndet nun nach dem unbekannten Paar, dem gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wird. Der Mann ist etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß und von kräftiger Statur, er trug eine oliv-grüne Jacke. Seine Begleiterin war mit rosafarbenen Boots, einer kurzen Hose und schwarzen Kniestrümpfen über einer schwarzen Strumpfhose bekleidet. Ihre Haare waren zu einem Dutt gebunden. Sie hatte eine schwarze Tasche umgehängt. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter der Rufnummer 02131 3000 entgegen.

(von)
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