Grevenbroich: Ausschuss stimmt für Lidl-Lager - trotz mehr Lkw-Verkehr.

Wirtschaft in Grevenbroich : Trotz zusätzlichem Lkw-Verkehr - Ausschuss einstimmig für Lidl-Lager

Mit der Lidl-Verwaltung und dem Logistikcenter bleibt ein großer Arbeitgeber in der Stadt. Sorgen bereitet der zusätzlicher Lkw-Verkehr in Wevelinghoven.

Die Mitarbeiterzahl wird sich nahezu verdoppeln – von heute 220 auf dann 420 Beschäftigte. Die Fläche ist um den Faktor vier größer als die heutige: 42.000 Quadratmeter. Und auch die Zahl der aus Grevenbroich Wevelinghoven mit Ware versorgten Filialen wird deutlich wachsen – von jetzt 65 auf dann 135 Discountermärkte. Diese Zahlen nannte Stefan Zwierzynski, Lidl Immobilienleiter und Prokurist, am Dienstagabend den Mitgliedern des Planungsausschusses. Dort ging es darum, den für den für den Bau des neuen Lidl-Logistikzentrums notwendigen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Gutachten zu Schallschutz, Artenschutz und Verkehr gehören standardmäßig zu einem solchen Verfahren – das am Ende einer kurzen Diskussion einstimmig den Planungsausschuss passierte und nun in der nächsten Ratssitzung zur Entscheidung vorliegt.

Knackpunkt beim neuen Lidl-Sitz mit Verwaltung und Logistik an der Lilienthalstraße ist der Verkehr. Darauf wiesen vor der Abstimmung mehrere Politiker hin – unter anderem Dieter Dorok von den Grünen. Erschwerend komme hinzu, dass in unmittelbarer Nähe ein weiterer Logistikstandort geplant ist. Hinzu kommen zwei Kindertagesstätten und ein sich entwickelnder Schulstandort. Planungsamtsleiterin Dorothea Rendel wies vorsorglich darauf hin, dass das Verkehrsgutachten auf diese Randbedingungen eingehen werde – es aber nicht möglich sei, Lkw-Fahrtrouten per Bebauungsplan festzulegen.

An dieser Stelle signalisierte Lidl-Projektleiter Zwierzynski, dass sich das Handelsunternehmen der Verkehrsproblematik bewusst sei. Man werde die Speditionen, die Lidl-Waren transportieren, vertraglich verpflichten, über die L361 zur Autobahn A540 zu fahren – so wie es heute auch geschehe. Eine genaue Zahl der zusätzlichen Lkw-Fahrten blieb er allerdings auch auf Nachfrage der NGZ schuldig: Diese werde sich leicht erhöhen. Grundsätzlich sei man bei Lidl froh darüber, an der Lilienthalstraße ein Grundstück gefunden zu haben, dass die eigenen Anforderungen erfülle. Grevenbroich bleibt ein großer Arbeitgeber erhalten.

Anders als die heute genutzten, aus dem 1989 stammenden Bauten, werde das neue Logistikzentrum besonders nachhaltig arbeiten, so Zwierzynski. Geheizt der Gebäudekomplex mit der Abwärme der Kühlanlagen. Moderne LED-Technik sorge für Licht. Auf dem Dach sei eine Photovoltaik-Anlage geplant. Einer der größten Vorteile aber sei für Lidl, dass der derzeit nach Kerpen ausgelagerte Kühlbereich mit dem übrigen Lager zusammengeführt werden könne. Allein dadurch werde Lidl die derzeit 1,2 Millionen Lkw-Kilometer um 28 Prozent reduzieren können.

An dieser Stelle hakte Wilhelm Küpper von der SPD nach, lobte die Anstrengungen des Unternehmens, die Kilometerlast insgesamt zu senken: „Die 8000 bis 10.000 Anwohner in der Region Wevelinghoven werden jedoch durch zusätzlichen LKW-Verkehr belastet werden.“ Martina Suermann von „Mein Grevenbroich“ verwies ebenfalls auf den in der Nähe geplanten zweiten Logistikstandort und appellierte an Lidl, die Zusagen für den Lkw-Verkehr tatsächlich einzuhalten.

Dies versicherte Immobilienchef Zwierzynski nochmal mit dem Satz: „Nach Grevenbroich werden exakt zwei Lastwagen pro Tag fahren – nämlich diejenigen, die unsere dortigen Filialen beliefern.“

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