Grevenbroich: Asteroiden - die Gefahr am Himmel

Internationaler Asteroiden Tag : Asteroiden: Die gefährliche Schönheit am Himmel

Heute ist der Internationale Asteroiden Tag. Astronom Dieter von Montfort über die Faszination von Schönheit und Gefahr am niederrheinischen Himmel.

Spätestens seit dem Hollywood-Film „Armageddon“ (1998) sind Asteroiden und die Gefahr, die von ihnen ausgeht, jedem bekannt. Seit 2014 gibt es jährlich am 30. Juni – also heute – den „Internationalen Asteroiden Tag“, der über die Gesteinsbrocken aus dem All informieren und Risiken und Abwehrmaßnahmen zum Thema machen soll. Von Grevenbroich aus lässt sich an einem möglichen Armageddon allerdings nicht viel ändern. „Und deshalb sollte man die Faszination, die von ihnen ausgeht, einfach genießen“, sagt Astronom Dieter von Montfort, Vorsitzender der „Astro-Freunde Neuss/Grevenbroich“.

Dieter von Montfort war früher Schulleiter. Heute begeistert sich der 71-jährige Astronom für das Geschehen am Firmament. Foto: Andreas Woitschützke

Wer in der Schlossstadt wohnt, kann vier verschiedene Asteroiden bestaunen. „Die sind mit jedem Feldstecher zu sehen“, sagt von Montfort, „und manchmal sogar mit bloßem Auge.“ Der größte Asteroid am niederrheinischen Himmel nennt sich „Ceres“ und ist eigentlich gar kein Asteroid mehr. „Weil er über 1000 Kilometer Durchmesser hat, wurde er zum Zwergplaneten erklärt“, weiß von Montfort. Die anderen drei „Weltall-Felsen“ heißen „Pallas, „Juno“, und „Vesta“. Letzterer wird am 7. Juli zu sehen sein. Wer das tun will, muss sich jedoch entweder am Himmel auskennen oder eine gute Karte haben. „Man sieht nur über mehrere Tage, dass sich die Asteroiden bewegen, weil sie so weit weg sind“, erklärt der Astronom. Besser zu sehen sind die größeren Planeten. Momentan können Grevenbroicher in der Nacht Venus, Jupiter und Mars ausfindig machen. Immer klappt das jedoch nicht. „Durch Licht- und Luftverschmutzung wird es schwieriger. Wir haben hier pro Jahr noch rund 50 gute Nächte“, sagt von Montfort.

Anlass für den Asteroiden Tag ist das sogenannte „Tunguska-Ereignis“, das heute vor genau 110 Jahren stattfand. Damals gab es in Sibirien eine große Explosion, die 100 mal stärker war, als die Atombombe von Hiroshima. „Am wahrscheinlichsten ist, dass dort am 30. Juni 1908 ein größerer Asteroid eingeschlagen ist“, sagt der 71-Jährige. Die Region war zum Glück dünn besiedelt, „eine Großstadt wäre platt gewesen“, ist sich von Montfort sicher und hält fest: „Trotz der Gefahr sind die Himmelskörper natürlich wunderschön anzusehen.“