Grevenbroich: Arbeiten, wo andere Luxusurlaub machen

Grevenbroicherin in Kapstadt: Arbeiten, wo andere Luxusurlaub machen

Christine Klemp hat 2010 am Erasmus-Gymnasium in Grevenbroich Abitur gemacht, danach ging es für sie in die weite Welt. Inzwischen arbeitet und lebt sie in Kapstadt und sorgt dort für die Gäste eines der angesagtesten Luxushotels der Region.

Sie ist erst 27 Jahre alt, doch Christine Klemp hat wohl schon mehr von der Welt gesehen, als manch anderer Grevenbroicher: Australien, Budapest, Den Haag und Südafrika zählt sie allein auf, wenn es um ihre Berufserfahrung geht. Doch nun will sie erst einmal bleiben - in Kapstadt. Denn dort arbeitet sie als Duty Managerin in einem der angesagtesten Luxushotels der Region mit dem Namen The Silo Hotel.

Unten im Turm des Hotels befindet sich ein Kunstmuseum. Foto: Klemp

Seit September ist die Grevenbroicherin nun in dem Hotel tätig, dessen 28 Zimmer mindestens einige Hundert Euro pro Nacht kosten. Sie ist dort zuständig für das Wohlergehen der Gäste. "Wir bemuttern sie von Anfang bis Ende, machen den Check-in, bringen sie aufs Zimmer, empfehlen darüber hinaus Restaurants und Ausflüge", sagt sie. Doch sie sei auch fürs "große Ganze" zuständig, muss dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter anwesend sind und im Notfall auch mal im Hotelrestaurant aushelfen. "Ich bin jemand, der gerne verschiedene Sachen macht", sagt sie.

Klemp verliebt sich gleich zweimal in Kapstadt

Das ist an ihrem Lebenslauf abzulesen. Nachdem Christine Klemp 2010 ihr Abitur am Erasmus-Gymnasium gemacht hat, flog sie für ein Jahr nach Australien, um dort zu reisen und zu arbeiten. Wenige Monate versuchte sie es dann mit einem medizinischen Studium in Budapest, bevor sie sich für ein Hotelmanagement-Studium in Holland entschied. Ein Praktikum führte sie dann nach Südafrika - "und ich habe mich sofort in Kapstadt verliebt", sagt sie. Und nicht nur in die Stadt: Schon damals, im Jahr 2014 lernte sie ihren Freund kennen, mit dem sie inzwischen in Kapstadt zusammen wohnt. Denn nach dem Praktikum kam sie schnell wieder und schrieb sogar ihre Bachelorarbeit in Südafrika.

Seit mehr als zwei Jahren wohnt die Grevenbroicherin nun dauerhaft in Kapstadt und arbeitet dort. Zeitweise hat sie in kleinen Hotels und Pensionen die Verwaltung übernommen, wenn die Besitzer mal selbst im Urlaub waren. "Ich habe aber immer Ausschau nach interessanten Hotels gehalten, die hier aufmachen", sagt sie. Mit dem Silo-Hotel habe sie endlich etwas gefunden, das anders als die großen Hotelketten sei. "Es hat eine sehr schöne Architektur und wir haben eine Art Gallery mit afrikanischer Kunst", sagt sie.

Neben der Arbeit im Hotel verbringt Christine Klemp viel Zeit in der Natur rund um Kapstadt. "Ich versuche viele Ausflüge zu machen, Wanderungen zu Wasserfällen zum Beispiel oder Klettern gehen in den Nationalparks." Und natürlich locke auch der nahegelegene Strand. Doch auch die Stadt hat es ihr angetan. "Sie ist super schöne und innovativ", sagt sie. Die Kombination von Stadt und Natur mache Kapstadt zu einem attraktiven Wohnort.

Fast 10.000 Kilometer Luftlinie wohnt sie von ihrer Heimat entfernt. Ob sie etwas vermisst? Immerhin leben Eltern und Freunde noch in Grevenbroich, die Schwester in Köln. "Deutschland vermisse ich nicht so sehr, die Menschen aber schon", sagt sie. Ihre Eltern, verrät sie noch, waren gerade erst zu Besuch.

Luxushotel war früher ein Getreidesilo

Architektur Das The Silo Hotel wurde 1924 als Getreidespeicher gebaut. Bis 2001 wurde es als solches genutzt, danach wurde es dann zum Lusxushotel umgebaut.

Preis Wer im The Silo Hotel übernachten will, sollte einiges an Geld mitbringen: In der Nebensaison kostet das günstigste Zimmer knapp 1000 Euro. Die Preise steigen je nach Saison und Zimmerkategorie auf über 10.000 Euro.

(mre)