1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Anwohner beschwert sich über zu schnelle Autos in Wevelinghoven

Verkehr in Grevenbroich : Anwohner beschwert sich über zu schnelle Autos in Wevelinghoven

Eigentlich herrscht auf der Poststraße Tempo 30. Doch viele Auto-und Lkw-Fahrer halten sich nicht daran, bemängeln Anwohner. Kurzfristig wird das Problem wohl auch nicht gelöst – die Stadt setzt auf ein langfristiges Konzept.

Als Hans Ulrich und Angelika Miermann vor eineinhalb Jahren von Wattenscheid nach Wevelinghoven zogen, bot sich die Poststraße an. Alles ist schnell zu erreichen, die Apotheke, Supermärkte, Ärzte. Ihre Kinder wohnen auch in Wevelinghoven, sie wollten wieder in der Nähe von ihnen sein. Und Tempo 30 gilt dort auch, sie hofften auf eine ruhige Wohngegend. Doch ruhig ist es oft nicht. „Viele halten sich hier nicht an Tempo 30“, sagt Hans Ulrich Miermann. Autos würden oft durchrasen, auch die Lkw.

Die Poststraße ist die Hauptverkehrsader in dem Stadtteil, viele Geschäfte sind dort angesiedelt, auch ein Kindergarten. Das heißt: Tag für Tag fahren dort zahlreiche Autos durch. Eigentlich ist die Maximalgeschwindigkeit Tempo 30, doch eingehalten werde sie nicht immer. Ältere Menschen, Radfahrer sowie die Kinder seien dort gefährdet, sagt Miermann.

Eine Mitarbeiterin des Kindergartens St. Martinus, sagt, ihr sei nicht bekannt, dass sich Eltern wegen der zu schnellen Autos beschwert hätten. Auch sei es nicht so, dass hier dauerhaft deutlich zu schnell gefahren werde. Dass Autofahrer in einer Tempo-30-Zone mal schneller fahren, komme überall vor. Sie sehe hier kein alleiniges Problem der Poststraße.

  • Menschenmassen auf der Poststraße: Zuletzt fand
    Großveranstaltung in Wevelinghoven : WIG sagt beliebten Maimarkt ab
  • Das Amazon-Logistiklager an der B9 bei
    Bürgerinitiative in Dormagen : Amazon-Verkehr nervt Anwohner
  • Die Polizei machte dem nächtlichen Rennen
    Beschleunigungsrennen zwischen Walsum und Dinslaken : Polizei stoppt Fahranfänger (19) nach Autorennen in Dinslaken

Das Thema allerdings ist nicht neu. Schon im Jahr 2018 diskutierte die Grevenbroicher Politik über Verkehrsprobleme auf der Poststraße. Die Straße ist eng, wenn Lkw hinzustoßen, ist ein Durchkommen oft schwierig. Damals wurde auf den geplanten Bau der Umgehungsstraße Landstraße 361n verwiesen. Und auf das Verkehrsgutachten, das 2020 veröffentlicht wurde und sich mit Wevelinghoven befasst. Die Zahlen darin sind eindeutig – und könnten zu einer Steigerung des Verkehrsaufkommens führen. 25 Prozent mehr Lkw würden demnach bis 2030 durch Wevelinhoven fahren.

Hans Ulrich Miermann merkt die Lkw jetzt schon. „Es ist nicht so, dass es im Haus Erschütterungen gibt“, sagt er. Aber laut sei es, er habe sich eine Schallschutzverglasung einbauen lassen. Die Lastwagen hört er trotzdem oft. „Die Fahren quasi über mein Bett“, sagt er. Miermann wünscht sich verkehrsberuhigende Maßnahmen, zusätzlich zu den ab und an stattfindenden Radarkontrollen.

Stadtsprecher Stephan Renner sagt, kurzfristig werde da wohl nichts passieren. Langfristig arbeite die Verwaltung aber momentan mehrere Konzepte aus, um die Verkehrssituation zu verbessern.