Grevenbroich: Anlieger beklagen Verkehrsprobleme "Am Gehöft"

Ein Teilerfolg für die Anlieger: Verkehrsprobleme: Bauausschuss will einen Ortstermin in Kapellen

Einen kleinen Teilerfolg können die Anwohner der Straße „Am Gehöft“ in Kapellen verbuchen: Die Mitglieder des Bauausschusses wollen sich deren Probleme anhören und dann eventuell über Verbesserungen entscheiden. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Gremiums deutlich.

Die Kapellener hatten sich an den „Bürgermonitor“ unserer Zeitung gewandt, weil sie mit den Zuständen in ihrem Wohngebiet nicht einverstanden sind. Autofahrer halten sich auf der Spielstraße nicht an das Tempolimit – und verkehrsberuhigende Maßnahmen haben nichts genutzt. Daher fordern die Anwohner eine Sperrung der Straße mit Hilfe von Pollern. Um der Sache Nachdruck zu verleihen, waren einige der Betroffenen zur Sitzung des Ausschusses gekommen, um die Politiker mit Plakaten auf ihr Begehren aufmerksam zu machen.

„Etwa 600 Fahrzeuge passieren täglich die Straße ,Am Gehöft’“, schildert Anwohnerin Isabel Passarge. „Die meisten sind mit 28 bis 29 km/h unterwegs, obwohl auf einer Spielstraße deutlich langsamer gefahren werden muss.“ Die rund 300 Meter lange und schnurgerade Straße verleite manchem zu höherem Tempo – „und da kann es zu lebensbedrohlichen Situationen kommen“, meint Passarge. „In jedem Haus leben schulpflichtige Kinder.“

Der Verkehr auf der Straße habe in  jüngster Vergangenheit spürbar zugenommen. „Am Gehöft“ werde nicht nur gerne als Abkürzung zum Rewe-Markt oder nach Hemmerden genutzt, durch eine neue Arztpraxis und die Tagespflege am alten Stellwerk würden noch mehr Autos als bisher die Straße passieren.

  • Kampf ums Tempolimit an Spielstraße in Kapellen : Anwohner wollen Verkehrsberuhigung

Umso gespannter erwarteten die Anlieger die Debatte der Baupolitiker, die sich am Donnerstagabend  mit der Verkehrssituation im ersten Abschnitt des Kapellener Neubaugebiets beschäftigen sollten. Doch so weit kam es nicht: Auf Antrag von René Kaiser (CDU) wurde das Thema von der Tagesordnung genommen – weil: „Wir wollen uns die Situation vor Ort anschauen und mit den Bürgern sprechen, damit wir uns eine Meinung bilden können“, sagte Kaiser. Dieser Termin soll vor einer der nächsten Sitzungen des Gremiums stattfinden.

Die Stadtverwaltung lehnt Poller übrigens ab: Sie verbindet damit deutlich mehr Verkehr im Quartier, zudem wäre die Müllentsorgung schwierig, da Müllfahrzeuge nicht rückwärts fahren dürfen.

(wilp)
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