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Grevenbroich: Angesagte Sandalen werden in Hemmerden genietet

Varius arbeitet für „Hey Marly“ : Angesagte Sandalen werden jetzt in Hemmerden genietet

Die Varius-Werkstatt arbeitet jetzt im Auftrag von „Hey Marly“. Mitarbeiterin Judith Overath ist mittlerweile so fix – da kommt selbst der Chef des Trendschuh-Herstellers nicht mit.

Geboren wurde die Idee in Australien, umgesetzt wird sie zum Teil in Hemmerden. Gemeint sind die angesagten Sandalen der Firma „Hey Marly“. Deren Alleinstellungsmerkmal ist ein einfaches Wechselkonzept: Mit einem Druckknopf-System kann das Basis-Produkt aus Leder durch verschiedene, zum jeweiligen Outfit passende, sogenannte Toppings verändert werden. Die dafür erforderlichen Druckknöpfe werden nun in den Varius-Werkstätten auf die Wechsel-Accessoires genietet.

„Das in Meerbusch beheimatete Unternehmen kam auf uns zu und hat gefragt, ob wir diesen Produktionsschritt übernehmen können“, sagt Andreas Knickenberg, Leiter der Betriebsstätte an der Winzerather Straße. „Es war direkt ein angenehmes Miteinander.“ Seit Februar dieses Jahres werden Teile der Sandalen-Kollektion in der Werkstatt produziert. Für das Nieten sind spezielle Apparaturen nötig, die von der Firma gestellt werden. „Da diese Arbeit ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und Präzision erfordert, ist sie nicht für jeden Varius-Mitarbeiter geeignet“, sagt Knickenberg.

Für Judith Overath scheint sie zurzeit allerdings wie geschaffen zu sein. Nachdem sie zwei Jahre den Berufsbildungsbereich der Werkstatt durchlaufen hat, ging sie zunächst in die Heißmangel. „Das war aber nichts für mich. Ich brauche mehr Ruhe und will mich ganz auf die Arbeit konzentrieren können“, erzählt die 24-Jährige, während sie die Toppings „Pretty Loop“ in Rosé nietet.

Dass die Arbeit gut zu Judith Overath passen könnte, hatte Andreas Peltzer sofort im Kopf. „Wir haben ihr den Arbeitsplatz in einem lärmgeschützten Bereich eingerichtet. Was sie dort leistet, ist unglaublich“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter der Schreinerei. Etwa 200 Paar Toppings sollen pro Geräteeinheit am Tag genietet werden. „Frau Overath schafft etwa 300 bis 350 – und das mit großer Gelassenheit und absolut sorgfältig“, betont Peltzer. Philip Neidhart, Chef von „Hey Marly“, sei aus Spaß mal gegen sie angetreten – und habe prompt verloren.

(wilp)