1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Amnesty-Gruppe ist trotz Pandemie weiter für Menschenrechte aktiv

Engagierte Bürger in Grevenbroich : Amnesty-Gruppe ist trotz Pandemie weiter für Menschenrechte aktiv

Die Amnesty-Gruppe engagiert sich auch im Lockdown, online werden Aktionen geplant. Die Ehrenamtler setztensich etwa für bessere Haftbedingungen ein.

Auch die Mitglieder der Amnesty-International-Gruppe Neuss-Grevenbroich müssen sich zurzeit wegen der Pandemie aus den persönlichen Kontakten zurückziehen. Doch die Gruppe, die zu etwas mehr als der Hälfte aus Grevenbroichern besteht, setzt sich weiter für Menschenrechte in aller Welt ein. Denn Folter und Todesstrafe seien nicht im Lockdown. Täglich würden in vielen Staaten Menschen wegen ihrer Ansichten, Hautfarbe oder Herkunft inhaftiert, gefoltert, verschleppt, getötet, erklärt die Gruppe aus Ehrenamtlichen. Mit Online-Meetings halten sie untereinander Kontakt, planen Aktionen. „Die technische Seite ist schon manchmal eine Herausforderung für ältere Semester wie mich“, sagt der Grevenbroicher Roland Brozio, der seit Jahrzehnten dabei ist.

Ziel in der ersten Jahreshälfte: mehr mediale Präsenz für das Thema Menschenrechte, weil Mahnwachen, Stände und Präsenzaktionen Corona-bedingt ausfallen. „Die Unterstützung für gewaltlose politische Gefangene und Menschenrechtsvertreter muss weitergehen“, sagt Gruppensprecherin Gisela Roth-Demirbilek aus Neuss. Ein wichtiges Instrument: Die ‚Briefe gegen das Vergessen‘. In möglichst vielen persönlichen Schreiben an Regierungen und Botschaften wird in konkreten Einzelfällen auf Menschenrechtsverletzungen hingewiesen, werden Freilassung, menschenwürdige Haftbedingungen, Beendigung von Folter oder der Verzicht auf die Todesstrafe, die Amnesty klar ablehnt, gefordert. Russland, Ägypten, China, Kuba, Indien nennt Brozio als Länder, in die die Gruppe, aber auch andere Briefe gesendet haben. „Botschafter oder Präsidenten bekommen dann säckeweise Post, wir hoffen, so etwas bewirken zu können.“

Die Gruppe hat Briefe ehemaliger Gefangener erhalten, die berichten, dass sie in der Haft besser behandelt worden seien. Es sei wichtig gewesen zu wissen, dass die Welt sie nicht vergessen habe.

Zurzeit wartet die Amnesty-Gruppe aus der Deutschland-Zentrale in Berlin auf Nennung eines Häftlings oder einer Gruppe, für die sie sich konkret einsetzen soll. In der Vergangenheit hatte sie sich für ein Dorf in Palästina eingesetzt, das laut Brozio massiv unter der Form der Besetzung durchs israelische Militär zu leiden gehabt habe. So sei der Zugang zu Feldern erschwert worden. Die Gruppe freut sich über Unterstützung in Form von Spenden oder Mitarbeit.

Interessierte können sich bei Roland Brozio, (02181 3882 oder 0173 8817415, e-Mail roland.brozio@freenet.de) melden.