Grevenbroich: Am Neujahrstag verlobt und an Silvester das Ja-Wort gegeben

Eiserne Hochzeit in Frimmersdorf : Am Neujahrstag verlobt und an Silvester geheiratet

Am Silvestertag vor 65 Jahren gaben sich Waltraud und Werner Saß vor dem Standesbeamten in Köln-Ehrenfeld das Ja-Wort. Den kirchlichen Segen erhielten sie zwei Jahre später. Nun feiern die beiden Frimmersdorfer das Fest der Eisernen Hochzeit.

Waltraud Saß (88) wuchs mit ihren fünf Geschwistern in Jestaed, einem kleinen Ort in Hessen, auf. Als älteste Tochter hatte sie nach der Schule zu Hause alle Hände voll zu tun. Später arbeitete sie in in einer Strumpffabrik in Eschwege. Dort lernte sie den Kölner Werner Saß kennen, der in Ehrenfeld mit zwei Brüdern aufgewachsen war und nach dem Krieg eine Lehre als Elektroinstallateur gemacht hatte. Er arbeitete im Bereich der Eisenbahnsignaltechnik und war deutschlandweit auf Montage unterwegs.

„Unsere erste Begegnung war schon kurios“, erinnert sich der 86-Jährige schmunzelnd. Ein Kollege hatte Saß nach Eschwege eingeladen – und dort begegnete er seiner künftigen Ehefrau. „Ich habe mich nach alter Schule höflich vorgestellt“, erzählt der Jubilar. Trotzdem habe er immer wieder den Vornamen vergessen und drei Mal mit ihr Brüderschaft getrunken, um das Kennenlernen zu besiegeln. Viele Treffen waren danach nicht mehr nötig. Am Neujahrstag 1954 war Verlobung, die Hochzeit folgte zwölf Monate später, an Silvester.

Das junge Paar zog zunächst nach Köln-Bickendorf. Werner war einige Zeit bei der Bundesbahn tätig. Doch die Montagearbeit gefiel ihm nicht. So kam es, dass er im April 1965 zur Rheinbraun wechselte und nach Frimmersdorf kam, wo er für Stellwerksanlagen zuständig war. Sohn Wolfgang ist mittlerweile 60 und wohnt in Kaster. Enkeltochter Anne (32) kommt gerne zu den Großeltern und genießt es noch heute, mit der Oma Plätzchen zu backen.

Die Jubilare fühlen sich in Frimmersdorf wohl und pflegten einen guten Kontakt zu den Nachbarn. Werner Saß’ Hobby war das Fotografieren. Mit seiner Frau unternahm er Urlaube in Südtirol, Mallorca, Griechenland, China und Kanada. Die „Eiserne“ wollen beide am Silvesterabend gemütlich angehen. Eine Woche nach dem Jubiläum feiern sie gemeinsam mit der Familie und Nachbarn bei einem guten Essen.