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Grevenbroich: Altes Hochkreuz in Frimmersdorf wird vor dem Verfall gerettet.

Erste Arbeiten haben in Frimmersdorf begonnen : Altes Hochkreuz wird vor dem Verfall gerettet

Hannelore Esser (61) setzte sich hartnäckig – und erfolgreich – für eine Restaurierung des Denkmals auf dem Frimmersdorfer Friedhof ein.

Ein Jahr hat es zwar gedauert, aber nun ist die Sache endlich ins Rollen gekommen: Das historische, vom Verfall bedrohte Hochkreuz auf dem Frimmersdorfer Friedhof wird saniert. Dass die Arbeiten in Angriff genommen wurden, ist insbesondere Hannelore Esser zu verdanken. Die gebürtige Frimmersdorferin hatte sich bei der Stadtverwaltung hartnäckig für den Erhalt des markanten Kreuzes eingesetzt und im Rathaus immer wieder auf eine Restaurierung gedrängt. „Ich freue mich, dass es für die Nachwelt erhalten bleiben soll“, sagt die 61-Jährige.

Hannelore Esser hat sich für die Sanierung des alten Hochkreuzes eingesetzt. Die ersten Arbeiten wurden jetzt vorgenommen. Foto: Dieter Staniek

Das fünf Meter hohe, aus Sandstein gefertigte Kreuz ist an mehreren Stellen beschädigt. Eine Stufe ist herausgebrochen, Ecken sind abgebröckelt. Der städtische Denkmalpfleger Martin Zabel war im November vergangenen Jahres vor Ort und erkannte Handlungsbedarf. Jetzt, nach zwölf Monaten, haben die ersten Arbeiten begonnen. Der Steinmetz Stefan Gloßner von der Restaurierungs-Werkstatt „Portal Frontal“ in Bergisch-Gladbach hat zunächst die Reinigung des Denkmals vorgenommen. „Das alte Fugenmaterial wurde herausgenommen und das gesamte Objekt neu verfugt. So kann jetzt keine Feuchtigkeit mehr eindringen. Die Standsicherheit des Hochkreuzes ist ebenfalls gewährleistet“, berichtet Bürgermeister-Referentin Ira Leifgen.

Die eigentlichen Restaurierungsarbeiten sollen im nächsten Frühjahr beginnen, also nach der Frostperiode. Die Kosten werden mit rund 7000 Euro beziffert. Die Sanierung des Betonsockels werden Mitarbeiter der Stadtbetriebe übernehmen.

„Nach der ersten Reinigung des Hochkreuzes zeigte sich, dass das Denkmal aus einem Sandstein gefertigt wurde, der im 19 Jahrhundert sehr wahrscheinlich aus einem Steinbruch aus der Gegend von Trier kam“, schildert Hannelore Esser. Deutlich ist jetzt auch der Name des Steinbildhauers zu lesen, der sich auf dem Hochkreuz verewigt hat.

Es handelt sich um den 1834 in Köln geborenen Bildhauer und Steinmetz Otto Hansmann, einem Schüler von Christian Mohr (1823–1888), der für mindestens 333 Plastiken am Kölner Dom verantwortlich war. „Otto Hansmann leitete das Atelier seines Vaters Johann und arbeitete seinerzeit am Neubau der Fassade des Kölner Rathauses mit, er fertigte dafür verschiedene Skulpturen – und er schuf etliche Grabmale auf dem Melaten-Friedhof“, berichtet Hannelore Esser und meint: „Da es heute nur noch wenige Einzeldenkmäler von Otto Hansmann gibt, sollten diese unbedingt für die Nachwelt erhalten bleiben.“

Wer den Steinmetz damit beauftragte, ein Hochkreuz zu hauen und in Frimmersdorf aufzustellen, bleibt bis heute noch ein Geheimnis. Und es gibt eine Ungereimtheit: Das in der städtischen Denkmalliste angegebene Baujahr des Hochkreuzes „um 1900“ kann nicht stimmen. Denn Otto Hansmann segnete bereits im Jahr 1875 in der Domstadt Köln das Zeitliche.