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Grevenbroich: Als der Kneipen-Saal zur Sporthalle wurde

TTC Frimmersdorf-Neurath feiert sein Jubiläum : Als der Kneipen-Saal zur Sporthalle wurde

Der Tischtennisclub Frimmersdorf-Neurath feiert sein Jubiläum: Vor 75 Jahren wurde der Verein im „Casino“ aus der Taufe gehoben. Ganz leicht hatten es die Gründungsmitglieder allerdings nicht.

Das waren noch Zeiten, als der TTC Frimmersdorf-Neurath mit sieben Jugend-Teams im Meisterschaftsbetrieb mitmischte und so manch überregionalen Sieg errang. Das war in den 70ern und 80ern, als der Sport an der grünen Platte boomte. Heute ist es zwar um Tischtennis etwas ruhiger geworden, dennoch blickt der Verein zuversichtlich in die Zukunft. Breiter aufgestellt, hat er seine ersten 75 Jahre bereits souverän gemeistert. Am Sonntag wird Jubiläum gefeiert.

Friedbert Hamacher hat eine Festschrift zusammengestellt, in dem er Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte hält. „Leider ist aus den Anfangsjahren nicht viel erhalten geblieben“, bedauert der Vorsitzende. Fest steht: Aus der Taufe gehoben wurde der Verein am 1. Mai 1947 im Neurather „Casino“ – und schon bald nach der Gründungsstunde konnte der Spiel- und Übungsbetrieb unter der Leitung des Vorsitzenden Rudolf Pulz beginnen. „Leicht war das in den Anfangsjahren sicherlich nicht, in der Nachkriegszeit musste viel improvisiert werden“, schildert Hamacher.

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Weil es damals keine Tischtennisplatten „von der Stange“ gab, mussten sie beim örtlichen Schreiner Fritz Abels in Auftrag gegeben werden – zum Stückpreis von 28 Mark. „Das war zu dieser Zeit eine Menge Geld“, sagt Friedbert Hamacher. Mit selbst zusammengebauten Fahrrädern radelten die Sportler tapfer zu Auswärtsspielen nach Gohr oder Nievenheim – selbst Regen oder Schnee hielten sie davon nicht ab. „Heute kaum noch vorstellbar“, meint der Vorsitzende.

Lief der Spiel- und Übungsbetrieb anfangs noch in den Sälen des „Neurather Hofs“ und der Gaststätte Rosellen ab, konnte der Verein im Januar 1964 endlich in die neue Turnhalle an der Glück-Auf-Straße einziehen. Im selben Jahr schlossen sich die Sportler der SpVgg Neurath an, fusionierten aber schon im Juni 1970 mit der Tischtennisabteilung des TuS „Eiche“ Frimmersdorf zu einem eigenständigen Verein – dem TTC Blau-Rot Frimmersdorf-Neurath, der fortan rege am Meisterschaftsbetrieb teilnahm.

Zu den erfolgreichsten Tischtennissportlern gehörte damals Albert Lemke, der auch heute noch erstaunlich aktiv für den Verein unterwegs ist. „Wenn er gebraucht wird, ist er zur Stelle – und greift auch zum Tischtennisschläger, wenn mal jemand in einer Mannschaft fehlen sollte“, berichtet Friedbert Hamacher. Lemke leitete von 1996 bis 2012 den Verein, auf insgesamt 60 Jahre summiert sich sein Einsatz für den TTC, der ihn 2012 zum Ehrenvorsitzenden ernannte.

Bis 1971 agierten die Blau-Roten als Einspartenverein. „Danach haben wir erkannt, dass wir mit Tischtennis allein nicht weiterkommen“, berichtet der Chef von aktuell mehr als 220 Mitgliedern. Mit der Zeit stießen Schießsportler zu dem Verein, der später auch Damen- und Wassergymnastik in sein Angebot aufnahm. „In den vergangenen Jahren boomt vor allem das Kinder- und Eltern-Kind-Turnen. Der Zuspruch ist so groß, dass unsere Halle manchmal zu klein ist“, sagt Hamacher.

Ganz neu sind die Wassergewöhnungskurse für Ein- bis Vierjährige, die im Hallenbad im Souterrain der Viktoria-Grundschule stattfinden. „Damit möchten wir einen Beitrag leisten, um Kinder so früh wie möglich zum Schwimmen zu bringen“, berichtet der Vereinschef. Das 2020 renovierte Schwimmbad biete ideale Voraussetzungen dafür.

Sein Jubiläum wird der TTC, der 25 Jahre lang auch Wandertage durchführte, am Sonntag, 1. Mai, 14.30 Uhr, mit einem Festbankett im Haus Neurath einleiten. Für die musikalische Unterhaltung hat er die „Gospelfriends“ aus Wevelinghoven eingeladen. Am 27. August soll es mit einer Kinderfest und einer „Blau-Roten-Nacht“ auf dem „Schniddemännplatz“ in Frimmersdorf weitergehen. Im September richtet der Verein in Gustorf die Tischtennis-Kreismeisterschaften aus.