Grevenbroich: Allrather Schützen warnen vor Betrüger

Versuchte Kontoabbuchung in Allrath : Schützen warnen vor Betrüger

Unbekannter wollte Bürgerschützenverein Allrath um rund 7000 Euro erleichtern. Doch eine Bankangestellte wurde aufmerksam und verhinderte die entsprechende Überweisung.

Einer aufmerksamen Bankangestellten ist es zu verdanken, dass der Bürgerschützenverein Allrath vor einem größeren finanziellen Schaden verschont blieb. Ein Unbekannter hatte versucht, die Brauchtumsfreunde aus der Matthäus-Pfarrei um rund 8000 Euro zu erleichtern. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei.

Ende März ging bei einem Monheimer Geldinstitut ein Brief mit einem handgeschriebenen Überweisungsträger ein. Der Auftrag: Exakt 7917,61 Euro sollten vom Konto der Bürgerschützen an eine Berliner Bank überwiesen werden. „Wäre das passiert, hätten wir schlecht ausgesehen“, sagt Vizepräsident Ralf Nitschke. „Denn für einen kleinen Verein wie den unseren ist das schon eine ganze Stange Geld. Das hätte uns richtig weh getan.“

Eine Angestellte des Kreditinstitutes wurde wegen des relativ hohen Betrages sofort skeptisch – und unternahm gleich eine Unterschriften-Kontrolle. Das Ergebnis: Jemand hatte mit Thomas Schmitz unterzeichnet – der war zwar einmal Präsident der Bürgerschützen, wurde aber zwischenzeitlich von Wilfried Hahn abgelöst. „Die Betrüger war also nicht auf dem aktuellsten Stand unserer Vereinsstruktur“, sagt Pressesprecher Michael Vleeschhouwers und fügt lachend hinzu: „Er hätte vielleicht mal googeln sollen.“ Das hätte aber auch nicht viel genutzt: Denn in Allrath ist nicht der Präsident unterschriftsberechtigt, wenn es um finanzielle Dinge geht, sondern ausschließlich der Schatzmeister und der Kassierer.

Der Vereinsvorstand hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Gleichzeitig wurden die Mitglieder des BSV per Schützen-Info über den versuchten Betrug informiert. „Schließlich ging es ja um ihr Geld, auf das es der Unbekannte abgesehen hatte“, sagt Ralf Nitschke. Nicht zuletzt wurde auch die Präsidentenrunde, die alle Chefs der heimischen Sommerbrauchtums-Vereine vereint, über den Betrugsversuch unterrichtet.

Wie der Betrüger an die Daten der Allrather Schützen gekommen ist? „Sie stehen auf jedem Geschäftsbrief unseres Vereins“, sagt Michael Vleeschhouwers. „Vielleicht hat er ein altes Schreiben, das entsorgt wurde, in die Finger bekommen. Oder es handelt sich um einen ehemaligen Geschäftspartner des BSV.“ Der Verein hat die Konsequenzen aus dem Fall gezogen: Seine Geldgeschäfte regelt er nun nur noch ausschließlich per Online-Banking.

Mit den Ermittlungen ist die Kripo in Mettmann beschäftigt, da hier das Tatort-Prinzip vorliegt. Generell raten die Ordnungshüter dazu, Kontodaten soweit möglich nicht öffentlich zugänglich zu machen. „Zudem sollte die Unterschrift des Kontoinhabers nicht im Internet veröffentlicht werden“, sagt Sprecherin Annika Jaschke von der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Auch sei es ratsam, die Höhe der Kontoabbuchung zu limitieren.

Im Fall Allrath ist das geschehen. „Unser Limit liegt bei 1000 Euro“, verrät Ralf Nitschke. „Wäre der Täter nicht so gierig gewesen, hätten er uns um einige hundert Euro erleichtern können. Aber das ist ja zum Glück nicht passiert.“

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