Grevenbroich: Allrath soll vom Verkehr früher entlastet werden

Stadtteilgespräch für Allrath und Barrenstein : Allrath soll früher vom Verkehr entlastet werden

Bürgermeister Klaus Krützen setzt sich für eine frühere Realisierung der Ortsumgehung ein. Er führt Gespräche mit Bund und Land.

Allrath soll vom Durchgangsverkehr auf der B 59 befreit werden. Die Ortsumfahrung ist Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans 2030, der einen „vordringlichen Bedarf“ für dieses Projekt ausweist. „In den nächsten zehn Jahren dürfte mit dem Beginn des Straßenbaus aber nicht zu rechnen sein“, sagt Klaus Krützen. Der Bürgermeister setzt sich dafür ein, dass dieses Projekt schneller in Angriff genommen wird.

Die Ortsumgehung müsse nach Meinung des Verwaltungschefs in das Maßnahmen-Paket für den Strukturwandel im Rheinischen Revier aufgenommen werden – als wichtige Verbindung nach Köln. „Das Vorhaben muss auf der Prioritätenliste weiter nach oben rücken“, sagt Krützen. In dieser Sache führe er bereits Gespräche mit Vertretern von Land und Bund. Ziel sei es, die Umgehung so schnell wie möglich zu realisieren.

Die B 59 war Thema im Rahmen des nunmehr zweiten Stadtteilgesprächs für Allrath und Barrenstein. In der „Rückrunde“ konnte Krützen vermelden, dass einige der beim ersten Termin vorgebrachten Kritikpunkte gelöst werden konnten – aber nicht alle. Das betrifft insbesondere die  „katastrophale Verkehrssituation“ auf den beiden Kreisstraßen, die Barrenstein durchkreuzen. Bürger hatten vor diesem Hintergrund ein Lkw-Verbot und eine Tempo-30-Zone gefordert. „Wir haben mit dem  Kreis als zuständige Behörde mehrere Gespräche geführt und um Verbesserungen gebeten“, sagt Krützen. „Bislang jedoch vergeblich.“

Der Bauausschuss werde sich in der nächsten Sitzung noch einmal mit dem Thema befassen, ebenso mit der Forderung nach Tempo 30 in ganz Allrath. „Ein Austausch auf Dezernenten-Ebene hat bislang nur eine ablehnende Haltung des Kreises ergeben“, sagte Krützen.

Ein weiteres Problem, das mit dem Rhein-Kreis erörtert wird, ist  die geplante Sanierung der Eisenbahnbrücke zwischen Allrath und Barrenstein. Da die Durchfahrtshöhe von aktuell 3,70 Meter aufgestockt werden soll, befürchten die Barrensteiner, dass künftig noch mehr und noch größere Lastwagen ihren Ort passieren könnten. „Ich teile diese Sorge“, sagte Krützen. „Die Brückensanierung ist in Ordnung, die Durchfahrtshöhe darf aber nicht verändert werden.“

Was gut gelaufen ist: Der im ersten Stadtteilgespräch beklagte schlechte Zustand der Wirtschaftswege konnte verbessert werden. Die Stadt hat für 5800 Euro rund 752 Tonnen Schotter erworben, mit denen heimische Landwirte die Schlaglöcher verfüllten. „Das war ein gelungenes Beispiel für eine gute Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Stadt“, sagte Klaus Krützen. Auch die Kindergartensituation konnte zwischenzeitlich verbessert werden: Die Kita in Barrenstein  erhielt eine zweite Gruppe. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Jugendamtsleiterin Birgit Schikorrra. Insgesamt stehen in den drei Kitas in beiden Orten nun 24 Plätze für unter dreijährige und 83 Plätze für über dreijährige Kinder zur Verfügung.

Ein Problem, das noch nicht gelöst werden konnte,  betrifft den Kirmesplatz in Allrath. Schon nach mittleren Regengüssen entstehen dort riesige Pfützen. „Die Wirtschaftsdienste haben das Rohrsystem und die Senken zwar gespült und gereinigt“, sagte Klaus Krützen. „Aber das Wasser läuft noch immer nicht ab.“ Voraussichtlich müsse die  Drainage des Platzes  verbessert werden – bis zum nächsten Schützenfest soll das geregelt werden.

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