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Grevenbroich: Ärger wegen Müll und Hundekot an der Gilverather Kapelle

Friedenskapelle in Grevenbroich Gilverath : Ärger wegen Müll und Hundekot

An der Friedenskapelle in Gilverath müssen die Mitglieder des Jägerzugs „Flotte Boschte“ immer mehr Abfall und Hinterlassenschaften von Hunden einsammeln. Der Zug bittet Passanten, die Kapelle und die umliegende Grünanlage mit Respekt zu behandeln.

Ein liebevoll gepflegtes Kleinod ist die Friedenskapelle mit der kleinen Grünanlage in Gilverath. Dass das so bleibt, dafür sorgt seit mehr als drei Jahrzehnten der Jägerzug „Flotte Boschte“, der 1988/89 die Kapelle errichtet hat. Der Zug hat jedoch immer mehr mit der Pflege zu tun. „Seit zwei, drei Jahren finden wir hier immer mehr Abfall und Hundekot vor“, sagt Hans-Dieter Bongartz (65), einer der Ruheständler aus dem Zug, die sich regelmäßig zur Pflege des Areals treffen. Zuletzt waren sie am Dienstag dort am Werk. Nur einen Tag später sind bereits wieder fünf gefüllte Hundekot-Beutel angefallen, Die liegen zwar im Abfalleimer auf dem gepachteten Areal, „doch wir müssen die Hinterlassenschaften anderer entsorgen“, sagt Bongartz. Ludwig Pesch holt mit Handschuhen die „Ausbeute“ heraus. Besonders eklig werde es, wenn Hunde auf dem Rasen ihr Geschäft verrichten und die Tretminen eingesammelt werden müssen, sagt Bongartz. Oft würden Hunde auch auf dem Grün urinieren. „Die dadurch entstehenden braunen Stellen bekommen wir nicht mehr weg, dort wächst das Gras nicht mehr“, sagt Bongartz. Er denkt nun an ein Schild mit der Bitte, die Grünanlage nicht als Hundeklo zu benutzen.

Ein weiteres Ärgernis sind Flaschen und anderer Müll, der auch rund um den Abfalleimer liegt, sogar weggeworfenen Hausmüll muss der Jägerzug wiederholt entsorgen. „Wir bitten alle, ihren Abfall mitzunehmen und die Kapelle und ihr Umfeld mit Respekt zu behandeln“, sagt Hans-Dieter Bongartz. „Die Kapelle soll ein Ort des Friedens bleiben“, betont er.

Die von dem Jägerzug „Flotte Boschte“ in den 80er Jahren geplante Kapelle hat eine besondere Geschichte. Beim Gilverather Fest 1987 waren Luftballons aufgelassen worden, mehrere landeten in der DDR. Drei der Finder – allesamt Rentner – durften 1988 zur Grundsteinlegung der Gilverather Kapelle einreisen. Schnell war klar, dass die Kapelle dem Frieden gewidmet werden sollte. Und nur zwei Monate nach der Einsegnung 1989 wurde die innerdeutsche Grenze geöffnet.

Ludwig Pesch (70), der heute zum Pflegeteam gehört, hat an der Kapelle damals mit gebaut. „Die Einsegnung war ein tolles, berührendes Ereignis“, erinnert er sich.

(cso-)