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Grevenbroich: Ärger in Neuenhausen um fehlende Straßenschilder

Neuenhausen : Straße ohne Schilder ärgert Anwohner

Die Königslindenstraße in Neuenhausen lädt viele trotz spielender Kinder zum Rasen ein. Noch immer fehlen dort Schilder – auch zur Verkehrsberuhigung. In der Sackgasse haben sich bereits Lkw und sogar Rettungswagen verirrt.

Die Bewohner des Neubaugebiets Königslindenstraße im Stadtteil Neuenhausen haben schon so einiges erlebt. „Einmal hat sich hier ein 40-Tonner beim Wenden festgefahren“, berichtet Uwe Koslowski. Einer seiner Nachbarn kann von einem Rettungswagen berichten, der sich an parkenden Autos vorbei durch die Straße quetschen musste. Und Anwohner Sebastian Schmitz sagt: „Auf dieser Straße hält sich niemand an die Schrittgeschwindigkeit, obwohl hier Kinder spielen.“

Streng genommen müssten Autofahrer das auch nicht. Denn das Neubaugebiet ist trotz gepflasterter Straße und Rinnen nicht als verkehrsberuhigter Bereich gekennzeichnet. Demnach gilt dort Tempo 30. Und: Fahrer müssen sich bei der Wahl ihrer Stellplätze nicht zwingend an die halten, die markiert sind. Über die fehlende Beschilderung ärgern sich die Anwohner: Vor einem Jahr ist ihre Straße ausgebaut und abgenommen worden – und noch immer kämpfen sie mit den Problemen.

Weil sie wollen, dass auf ihrer Straße Ruhe einkehrt und Autofahrer insbesondere in die Richtung, die bergab führt, langsamer fahren, fordern sie eine passende Beschilderung. Ganz konkret: Schilder, die die Straße als verkehrsberuhigte Zone kennzeichnen und Schilder, die auf die Sackgasse hinweisen. „Die Straße ist im Bebauungsplan als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen“, sagt Uwe Koslowski, der bereits zahlreiche Briefe an die Stadt – und nach entsprechendem Verweis – auch an das Unternehmen geschrieben hat, das für die Erschließung des Neubaugebiets verantwortlich ist. Getan hat sich bisher nichts.

Mit den Erschließungsarbeiten betraut ist die Firma Werretal, die auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, dass sie trotz Bemühungen kein Bauunternehmen finden konnte, dass die fehlenden Schilder aufstellt. „Der Auftrag ist sehr klein. Viele geben daher gar kein Angebot ab“, sagt die Werretal-Prokuristin und begründet dies mit der aktuellen Situation im Baugewerbe. Der Auftrag lohne sich schlichtweg nicht, beim Endausbau der Straße vor rund einem Jahr habe man die Arbeiten aber trennen müssen.

Die gute Nachricht: Inzwischen trägt die Initiative der Anwohner Früchte. Sie konnten Werretal ein Bauunternehmen vermitteln, das die Arbeiten ausführen will. „Die Schilder sind bestellt“, heißt es. Wann sie jedoch aufgestellt werden, ist unklar, weil das Unternehmen derzeit Betriebsferien macht.

Ein Problem, mit dem die Anwohner über die fehlende Beschilderung hinaus zu kämpfen haben: irreführende Hausnummern-Hinweise. Beispiel: Wer zum Haus der Familie Koslowski will, wird beim Blick auf die Hausnummern-Hinweisschilder in eine Stichstraße geführt, die am Haus der Familie vorbeiführt. „Aber das ist ein vergleichsweise kleines Problem“, sagt Uwe Koslowski, der sich für seine Kinder wünscht, dass die Straße als „verkehrsberuhigt“ ausgeschildert wird.