Grevenbroich: 230 Rheuma-Kranke von Bad-Schließung betroffen

Bewegungsbad im Grevenbroicher Krankenhaus: 230 Rheuma-Kranke von Schließung betroffen

Rheuma-Liga sucht händeringend nach Alternativen.

Die Schließung des Bewegungsbades im Grevenbroicher Krankenhaus trifft nicht nur die Volkshochschule, sondern auch die Deutsche Rheuma-Liga. „Zum Ende des Jahres werden wir praktisch auf der Straße stehen“, sagt Anke Bisoke von der Landeszentrale in Essen. Betroffen seien 23 Therapiegruppen mit rund 230 Teilnehmern, die regelmäßig das Becken in St. Elisabeth nutzen.

Seit mehr als 20 Jahren bietet die Rheuma-Liga in dem Bad eine sogenannte Funktionstherapie an, die von Physiotherapeuten geleitet wird. Damit lasse sich der Verlauf der rheumatischen Erkrankung einschränken. Zudem helfe, wie Bisoke erklärt, die Therapie dabei, mobil zu bleiben. Und nicht nur das: Wenn es gut laufe, würden sich auch die teilweise erheblichen Nebenwirkungen bei der medikamentösen Therapie etwas eindämmen lassen.

„Wenn es gut geht, lässt sich dadurch auch die medikamentöse Therapie, die teilweise erhebliche Nebenwirkungen hat, etwas eindämmen“, sagt Bioske.

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Wichtig sei, dass die Funktionstherapie regelmäßig angewendet werde. „Nur dann ist ein Erfolg gewährleistet“, betont die Sprecherin. „Wenn wir keine Alternativen zum Bewegungsbad im Krankenhaus finden, werden unsere Teilnehmer gesundheitliche Probleme bekommen.“  Zurzeit wisse die Rheuma-Liga aber nicht, wohin sie ausweichen könne.

Das Ehrenamtler-Team in Grevenbroich strecke zurzeit in alle Richtungen seine Fühler aus – etwa zum Schlossbad in der Stadtmitte, zum Hallenbad des TV Jahn in Neukirchen und zum Montemare-Bad in Bedburg – bislang noch ohne Resonanz. Wichtig sei, dass eine Wassertemperatur von 30 Grad angeboten werden könne – „das ist auch medizinisch als Minimum festgelegt worden“, sagt Bioske. Und das erschwere die Suche zusätzlich.

Die Rhein-Kreis Neuss Kliniken werden das Bad zum Ende des Jahres vorerst schließen, weil es eine Generalsanierung benötige. Ob es überhaupt noch einmal geöffnet wird, ist noch unklar. Zunächst sollen die Kosten ermittelt, dann soll entschieden werden. Genau wie die Volkshochschule, die mit 14 Kursen betroffen ist, hatte auch die Rheuma-Liga erst am 21. November die Kündigung erhalten. „Das war sehr kurzfristig“, sagt Anke Bioske. Dass eine von den Kreis-Kliniken ins Gespräch gebrachte Bad-Übernahme durch die Rheuma-Liga gelingen wird, schließt die Sprecherin übrigens aus. „Dafür fehlen uns die finanziellen Mittel.“

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