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Graffiti an Fassade in Grevenbroich: Künstlerin erklärt geballte Faust

Graffiti-Fassade in Grevenbroich : Künstlerin erklärt die geballte Faust

Das Element am Fassaden-Graffiti an der „Alten Bergheimer Straße“ hatte Fragen aufgeworfen. Warum sich die Künstlerin für das Motiv entschieden hat und was die Faust genau bedeutet.

Eine geballte Faust mitten in einem großen Kunstwerk, das eigentlich für die Demokratie stehen soll? Bei vielen hatte das in den vergangenen Tagen Fragen aufgeworfen. Was es mit dem Element an der von den Graffiti-Künstlern „Aura“ (Nina Isenrath) und „Oldhaus“ (Allessandro Althaus) gestalteten Fassade an der „Alten Bergheimer Straße“ auf sich hat, erklärt „Aura“ auf Anfrage unserer Redaktion. Demnach handelt es sich um ein Motiv, das aus verschiedenen Gründen gewählt wurde.

Bereits vergangenes Jahr hatten die Künstler ein ähnliches Motiv im Rahmen des Projekts „Demokratie leben“ an eine Neusser Wand gesprüht – das Kunstwerk ist inzwischen jedoch nicht mehr sichtbar, weil die Wand abgerissen wurde. „Die Faust ist ein Symbol der ,Black-Lives-Matter’-Bewegung“, sagt Künstlerin Nina Isenrath und schlägt eine Brücke zur Protestwelle gegen die Diskriminierung Farbiger in den USA, die nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten bei einem Einsatz in Minneapolis im Mai 2020 aufgeflammt war.

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Die geballte Faust auf der 13 mal sechs Meter großen Fassade ist aus diesem Grund ebenfalls farbig gestaltet, erklärt „Aura“, die die Darstellung aber nicht nur als Zeichen gegen Rassismus sieht: „Es ist ein Zeichen der Meinung und des Aufstands, ein Zeichen des Aktivismus“, sagt die Künstlerin. Keinesfalls handele es sich um ein Zeichen gegen Demokratie. So soll sich das Element in das Gesamtkunstwerk einfügen, das unter dem Titel „Alle reden mit“ steht und vor wenigen Wochen fertiggestellt wurde. Seither gilt das farbenfrohe Kunstwerk am „Tor zur Innenstadt“ als Hingucker. Dort sind viele Elemente dargestellt, die sich mit Demokratie in Verbindung bringen lassen – beispielsweise auch ein Gehirn, das in ein Megafon spricht. Die Message dahinter lautet: Erst nachdenken, dann reden – „und nicht allem blind hinterherlaufen“, sagt Nina Isenrath.

Bei dem XXL-Graffiti an der „Alten Bergheimer Straße“ handelt es sich um eines von mehreren Kunstwerken, die im Rahmen des Bundesförderprojekts „Demokratie leben“ gezeigt wurden. Weitere Werke der Künstler Gisa Rosa, Alwina Heinz und Janne Gronen waren bis vor wenigen Tagen in der schräg gegenüberliegenden Galerie Dielämmer zu sehen. Gemeinsam bildeten sie eine Künstlergruppe unter dem Namen „Team GOJA.A“.

(cka)