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Alexander Kames versucht sein Gelände zu vermarkten: Golfspiel üben an der Nordstraße

Alexander Kames versucht sein Gelände zu vermarkten : Golfspiel üben an der Nordstraße

Es ist nicht der erste Vorschlag, den Alexander Kames der Stadt Grevenbroich unterbreitet: Schon seit 1997 versucht der Düsseldorfer Unternehmer, sein 6 000 Quadratmeter großes Gelände an der Nordstraße zu vermarkten. Bisher vergeblich.

Das Areal grenzt an einen Maschinenhandel, den die Firma Kames in einer ehemaligen Buckau-Werkshalle gründete. Der Düsseldorfer Unternehmer Alexander Kames versucht seit Jahren, sein Gelände an der Nordstraße zu vermarkten. Sein neuester Vorschlag: Neben der alten Buckau-Halle soll eine Driving Range für Hobby-Golfer entstehen. NGZ-Fotomontage: M. Reuter

"Die Wiese kostet mich jeden Tag richtig Geld. Es wird Zeit, dass sie einer Nutzung zugeführt wird", so Kames. Er hat sich in den vergangenen Jahren bereits mit mehreren Vorschlägen an die Stadt gewandt. "Doch bisher wurde alles abgebügelt", berichtet er. Ein großflächiger Einzelhandel ("Wir hatten Lidl schon an der Hand") scheiterte in der Vergangenheit ebenso wie ein Freizeitpark nach Vorbild der Düsseldorfer Strand-Simulation "Monkey's Island".

"Gerade den Park hatten wir schon bis ins kleinste Detail geplant: Er hätte in den Sommermonaten mehr Schwung in die Stadt gebracht", ist sich der Düsseldorfer sicher. Sein Plan: Auf dem Gelände an der Nordstraße sollte ein feiner Sandstrand angelegt, drei Volleyball- und zwei Speedsoccer-Plätze errichtet und ein zwölf Meter langes Schiff verankert werden, an dem durstige Kehlen an kühlen Drinks nippen sollten.

Doch die Grevenbroicher Planungs-Politiker waren skeptisch: Grundsätzlich hielten sie zwar ein solches Vorhaben für interessant, lehnten es jedoch wegen möglicher Ruhestörungen ab. "Ärgerlich", meint dazu Alexander Kames. Denn er ist sich sicher, "dass wir uns mit den paar Nachbarn schon geeinigt hätten". Was ihn fuchst: "Die Stadt hat uns noch nicht einmal ein Schallschutzgutachten erstellen lassen."

Am Dienstag wagte der Düsseldorfer einen erneuten Vorstoß. Er legte dem Planungsausschuss eine neue Idee vor, die ebenfalls im Freizeitbereich angesiedelt ist: Eine Driving-Range mit bis zu 15 Abschlagplätzen, auf der sich Hobby-Golfer von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit tummeln sollen. Störende Geräusche, so Kames, seien hierbei nicht zu befürchten. Darüber hinaus will der Düsseldorfer dort ein Fitness-Center in Container-Bauweise einrichten. Ganz ausgereift sind seine Pläne jedoch noch nicht, gibt er zu, denn: "Es fehlen die Kostenvoranschläge. Diese einzuholen verschlingt eine Menge Arbeit, die ich mir gerne ersparen möchte, wenn auch diese Ideen wieder abgelehnt würden."

Eine Kosten-Nutzenrechnung nebst Marktanalyse würde jedoch bei einem positiven Beschluss nachgereicht. Viel Hoffnung hatte Kames Dienstagmorgen jedoch nicht: "Wahrscheinlich wird auch dieses Vorhaben wieder abgelehnt. Ich kenne die Stadt ja mittlerweile." Doch: Die Planungspolitiker zeigten sich eher versöhnlich, zumindest die der CDU-Mehrheitsfraktion: "Das ist schon wieder so ein Antrag, mit dem man nicht weiß, was man mit ihm tun soll. Ich denke, wir sollten die Driving Range aber befristet genehmigen", schlug Willi Reisepatt vor.

Von einem Fitness-Studio wollte er an dieser Stelle jedoch nichts wissen. Dieser Bedarf werde an anderen Stellen der Stadt abgedeckt. Skeptisch zeigte sich Siegfried Bongartz (SPD), dem konkrete Angaben zum Projekt fehlten: "Es müssen Unterlagen nachgereicht werden." Diese Forderung griff Willi Horn von der Stadtverwaltung ("Dieser Investor hat viele Ideen - und einen Vater, der sie tatsächlich finanzieren kann") auf.

In der September-Sitzung des Planungsausschusses soll Kames eine Grundkonzeption für die Driving Range an der Nordstraße vorlegen. Erst dann soll das Gremium beschließen. Die Saison für ein solches Projekt sei ohnehin in diesem Jahr gelaufen.

(NGZ)