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Grevenbroich: Glasverbot zum Schützenfest

Grevenbroich : Glasverbot zum Schützenfest

Die Stadt verhängt ihr erstes Glasverbot über ein Schützenfest: Auf der Grevenbroicher Kirmesmeile dürfen weder Flaschen noch Gläser mitgeführt werden. Ausnahme: Im Festzelt darf weiterhin aus Gläsern getrunken werden.

Die Anregung kam von Bernhard Wöltgen. Dem Leiter der Grevenbroicher Polizeiwache waren die Scherben auf dem Kirmesplatz schon lange ein Dorn im Auge: "Alleine beim Schützenfest 2010 gab es sieben registrierte Verletzungen durch Glasbruch. Die tatsächlichen Fälle werden aber höher gewesen sein", sagt er. Für Wöltgen ein klarer Fall: Dieses Risiko muss ausgeschaltet werden.

Unterstützung fand der Polizei-Chef bei Schützenpräsident Dr. Peter Cremerius. Dessen Sohn war vor zwei Jahren selbst durch Scherben verletzt worden, die an der Erftbrücke am Ende der Graf-Kessel-Straße herumlagen. "Dieser Bereich ist regelmäßig mit Glas übersät. Dort muss Sicherheit Vorrang haben", erklärt Cremerius. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung setzen Polizei und BSV nun ein Glasverbot durch. Das erstreckt sich während der gesamten Schützenfesttage auf den Platz der Republik und die Graf-Kessel-Straße, den Hartmannsweg sowie Teile der Montz-, Bahn- und Schlossstraße. "Das Ordnungsamt und die Polizei werden dort verstärkt kontrollieren", kündigt Dezernentin Barbara Kamp an. Wie viele Einsatzkräfte an den Schützenfesttagen unterwegs sind, will sie jedoch aus "taktischen Gründen" nicht verraten. "Es werden ausreichend Leute vor Ort sein", bekräftigt Bernhard Wöltgen.

Wer etwa mit einer Flasche im Gepäck erwischt wird, muss sie den Ordnungskräften übergeben; gleiches gilt für Trinkgläser. Die Stadt hat im Vorfeld die Schausteller, die Bierbuden oder Bistros entlang der Kirmes-Meile betreiben, auf das Glasverbot hingewiesen. "Sie werden ihre Getränke ausschließlich in Plastikbechern ausschenken", betont Kamp. Ärger habe es nicht gegeben, die Geschäftsleute seien einsichtig gewesen.

Das Glasverbot gilt auch für den Platz vor dem Zelt, jedoch nicht im Planenbau und dem umzäunten Außenbereich. "Dort werden die Getränke weiter in Gläsern angeboten", so Cremerius. Die vom Verein eingesetzte Security kümmert sich darum, dass es nicht zu Scherben und Verletzungen kommt.

"Weniger Glas, weniger Gewalt"

Die Stadt plant, das Glasverbot auf weitere Schützenvereine auszudehnen. "Das wollen wir in enger Abstimmung mit den Vereinen machen", erklärt Barbara Kamp. Näher will sie sich zurzeit jedoch nicht äußern. Grundsätzlich habe die Stadt mit Glasverboten beim Mai-Tanz in Wevelinghoven und beim Karneval in Gustorf gute Erfahrungen gemacht.

Für Bernhard Wöltgen hat das Glasverbot einen zusätzlichen Vorteil, den er auf einen kurzen Nenner bring: "Weniger Glas, weniger Betrunkene, weniger Gewaltdelikte."

(NGZ/jt)