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Grevenbroich: Glasverbot wird ein Fall für das Gericht

Grevenbroich : Glasverbot wird ein Fall für das Gericht

Die Piratenpartei hatte gegen das Glasverbot zum Wevelinghovener Schützenfest geklagt. Die Kontrollen der Stadt seien überflüssig, argumentieren sie. Am Montag kommt es zur Verhandlung.

Es war eine Premiere: Beim Schützenfest in Wevelinghoven gab es im Vorjahr erstmals ein Glasverbot. Wer aus dem Zelt herauswollte, musste vorher sein Glas abstellen, auf dem Kirmesplatz selbst gab es an den Bierständen nur Becher. Das will die Piratenpartei um Wolfgang Konieczny nicht hinnehmen — sie hatte im September Klage am Verwaltungsgericht Düsseldorf eingereicht. Am Montag wird darüber verhandelt.

Die Stadt hatte bereits unmittelbar nach Erhebung der Klage gelassen reagiert. "Wir betrachten das Glasverbot als geeignetes Mittel, um Verletzungen bei Besuchern des Kirmesplatzes zu verhindern", so Stadtsprecher Andreas Sterken. Deshalb habe man auch mit den Mitarbeitern des Ordnungsamtes für die entsprechenden Kontrollen auf dem Kirmesplatz gesorgt. Die "Piraten" allerdings sehen diese Kontrollen und auch das gesamte Glasverbot während des Schützenfestes als vollkommen überflüssig an. "Sie sprechen in ihrer Klage von amtlicher Willkür", so Winfried Schwerdtfeger, Sprecher des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, gegenüber unserer Zeitung.

Die Wevelinghovener Schützen indes wissen noch nicht so recht, was sie von der ganzen Thematik halten sollen. "Zunächst gab es das Glasverbot ja nur beim Tanz in den Mai", erklärt Günter Piel, Präsident des Bürgerschützenvereins: "Hier war es sinnvoll, weil sehr viele ,Teenies' diese Veranstaltung besuchten und es hinterher erhebliche Scherben gab." Beim Schützenfest jedoch habe er Glasscherben nie als Problem wahrgenommen.

"Ich habe gedacht: Ein Glasverbot brauchen wir nicht, auch Verletzungen habe ich nie bemerkt." Seiner Meinung nach müsste es reichen, wenn der Wirt und Betreiber des Zeltes und der Bierstände entsprechend zum Besen greifen und fegen. "Sollte es allerdings tatsächlich so sein, dass es nachweislich weniger Verletzte gibt, ist das Glasverbot in Ordnung", meint Günter Piel: "Die Stadtverwaltung muss halt wissen, ob ihr immenser Personalaufwand in einem vernünftigen Kosten/Nutzen-Verhältnis steht."

Der Präsident des Bürgerschützenvereins wird das Ergebnis der Verhandlung am Montag mit Spannung verfolgen. Ob es dann auch schon ein Urteil gibt, steht noch nicht fest. "Möglicherweise verkündet die zuständige Ordnungsrechtskammer am Montag bereits das Urteil, eventuell wird aber auch noch ein späterer Verkündungstermin anberaumt", so Gerichtssprecher Winfried Schwerdtfeger.

Die Verhandlung am Verwaltungsgericht ist öffentlich und beginnt um 10.30 Uhr.

(NGZ/ac)