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Grevenbroich: Glasverbot am Altweibertag

Grevenbroich : Glasverbot am Altweibertag

Die Stadt weitet ihr Glasverbot auf Gustorf aus. Am Altweibertag dürfen weder Flaschen noch Gläser mit auf den Kirmesplatz genommen werden. Polizei und Ordnungsamt kündigen umfangreiche Kontrollen an.

Altweiber 2010 hatten die Karnevalisten des Gustorfer "Sprötz-Trupps" ein Problem. Mehrere Hundert Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet versammelten sich trotz Minustemperaturen vor dem Festzelt – es wurde getrunken, Flaschen und Gläser flogen durch die Gegend. "Viele verletzten sich durch das herumliegende Glas. Darunter waren auch schwere Fälle, der Krankenwagen musste sieben Mal ausrücken", erinnert sich Bernhard Wöltgen, Leiter der Polizeiwache.

Szenen wie diese sollen sich 2011 nicht wiederholen. Die Stadt wird am Altweiber-Donnerstag ein Glasverbot für den Kirmesplatz und Teile des Torfstecherwegs aussprechen. "Das wird von 14 bis 24 Uhr gelten. Während dieser Zeit ist dort das Mitführen von Gläsern oder Glasflaschen jeglicher Art untersagt", erklärt Barbara Kamp.

Die Ordnungsdezernentin ist davon überzeugt, dass diese Aktion Wirkung zeigen wird – schließlich könne die Stadtverwaltung schon auf einschlägige Erfahrungen verweisen: "Beim Wevelinghovener Tanz in den Mai gab es in den Vorjahren ähnliche Probleme. Nachdem wir 2010 erstmals ein Glasverbot über den Marktplatz verhängt haben, ist dort Ruhe", so Kamp.

Begleitet wird die Aktion von Kontrollen. Wie viele Beamte er am Altweibertag im Einsatz haben wird, will Bernhard Wöltgen nicht verraten – nur so viel: "Die Grevenbroicher Polizei wird mit Unterstützung ihrer Kollegen aus dem Kreisgebiet in Gustorf vertreten sein. Zudem wird die Besatzung unserer Mobile Wache in den Abendstunden dazustoßen."

Auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden Dienst schieben – nicht nur im Bereich des Kirmesplatzes, sondern im gesamten Ort: "Wir werden unter anderem an Bushaltestellen und am Bahnhof präsent sein, um darauf zu achten, dass Jugendliche keinen Alkohol mitführen", betont Mitarbeiter Wolfgang Jurk. Darüber hinaus werden Absperrgitter rund um das Festzelt aufgebaut. Wer sie passieren möchte, muss mit Taschenkontrollen rechnen. Im Vorfeld werden Polizeibeamte in Kiosken und Geschäften darauf aufmerksam machen, dass an Jugendliche kein Alkohol verkauft werden darf.

Gläser und Flaschen werden von Polizei und Ordnungsamt eingezogen, in einen Sammelbehälter auf dem Kirmesplatz geworfen und anschließend entsorgt. Uneinsichtigen Jugendlichen wird die Polizei einen Platzverweis erteilen, notfalls werden die Eltern informiert.

Mit dieser Aktion ist Grevenbroich noch Vorreiter im Rhein-Kreis Neuss. "Dafür muss man der Stadt ein Kompliment machen", meint Bernhard Wöltgen und erklärt: "Wir wollen mit dem Verbot keinesfalls das Feiern verbieten. Wir möchten nur, dass ohne Gefahr gefeiert werden kann."

(NGZ)