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Grevenbroich: Glasfaser-Entscheidung im September

Grevenbroich : Glasfaser-Entscheidung im September

Die Gespräche zwischen der Stadt Grevenbroich und dem Unternehmen "Deutsche Glasfaser" stehen offenbar vor dem Abschluss. Die Verträge liegen unterschriftsreif vor. Nach den Ferien soll eine Entscheidung gefällt werden.

Der 10. September könnte zum Entscheidungstag werden, ob die "Deutsche Glasfaser" in Grevenbroich tätig wird. Marco Westenberg, Vertreter des Unternehmens, bestätigte im Gespräch mit unserer Zeitung einen entsprechenden Termin. "Die Sommerferien haben leider verhindert, dass es schneller ging", sagte er. Nun soll das weitere Vorgehen rund eine Woche nach Ferienende in großer Runde möglichst dingfest gemacht werden. Bürgermeisterin Ursula Kwasny bestätigte: "Die Verträge liegen unterschriftsreif vor."

Marco Westenberg hatte zuvor Gerüchte dementiert, wonach die Gespräche über eine Verlegung der modernen Glasfaserleitungen in Grevenbroich zu scheitern drohten. "Das kann ich nicht bestätigen. Wir haben die Stadt Grevenbroich als konstruktiven Partner wahrgenommen und würden das, was wir in Gesprächen angefangen haben, gerne zu Ende bringen."

Modell steht dabei der Kreis Heinsberg, wo die "Deutsche Glasfaser" bereits ein ähnliches Projekt anbietet. Dort soll jeder Haushalt die Möglichkeit bekommen, an ein flächendeckendes Glasfasernetz angeschlossen zu werden. Dieses soll Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beim Down- und Upload ermöglichen.

Ein Partner der "Deutsche Glasfaser" ist das Versorgungsunternehmen NEW mit Sitz in Mönchengladbach und mit guter Verbindung in die Schlossstadt: Das Gas- und Wasserwerk Grevenbroich (GWG) ist ein Tochterunternehmen der NEW. Als Internetanbieter kooperiert die NEW Niederrhein mit der "Deutsche Glasfaser" und sieht das Projekt im Kreis Heinsberg bereits als Erfolg.

Ralf Poll, Geschäftsführer der NEW Niederrhein, erklärt: "Wir haben bereits gut 5000 Glasfaser-Kunden unter Vertrag, täglich kommen 50 weitere hinzu." Längst sind weitere Kommunen eingestiegen.

"Wir kommen auch im Kreis Viersen gut voran und starten erste Gespräche bezüglich Glasfaser nun auch in Jüchen", teilt Poll mit. Laut GWG-Geschäftsführer Willi Peitz könne man in Grevenbroich relativ schnell loslegen. "Wir stehen Gewehr bei Fuß und warten auf das entsprechende Signal aus dem Rathaus." Allerdings steht auch die Deutsche Telekom mittlerweile in Gesprächen mit der Stadt. Der ehemalige Staatskonzern bietet nach NGZ-Informationen jedoch nur VDSL-Technik an. Diese macht Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s möglich, die tatsächliche Geschwindigkeit ist abhängig von der Entfernung des jeweiligen Anschlusses zum nächsten Verteilerkasten. Wegen der höheren Übertragungsgeschwindigkeiten gilt Glasfaser allerdings als Netz der Zukunft.

Viele Grevenbroicher warten auf eine Entscheidung der Stadt. Der Grund: Die Bürger hadern mit extrem langsamem Internet. "Digitale Unterversorgung" heißt dies im Fachjargon. Bianca Bloser ist Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern und hat einen langen Kampf um eine bessere Internetanbindung hinter sich — erfolglos. "Wir würden die Anbindung an ein Glasfasernetz mit Kusshand nehmen", betont die Noithausenerin. "Es wird Zeit, dass endlich etwas passiert."

(NGZ)