Grevenbroich: Gewerbegebiet Kapellen wird größer

Grevenbroich : Gewerbegebiet Kapellen wird größer

Das Gewerbegebiet in Kapellen wird erneut erweitert. Die Erschließungsarbeiten beginnen noch in diesem Jahr. Baubeginn soll voraussichtlich Ende 2018 sein.

Noch in diesem Jahr will die Stadt eine Erweiterung des Kapellener Gewerbegebietes vorantreiben. Eine etwa sieben Hektar große Fläche an der Heinrich-Hertz-Straße soll in Richtung Hemmerden entwickelt werden. "Wenn alles gut geht, könnte Ende des nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden", sagt Ralf Müller, Leiter des Bürgermeisterbüros.

Ein Teil des Geländes gehöre der Stadt, ein anderes sei noch im Privatbesitz. Der Eigentümer habe aber sein Verkaufsinteresse signalisiert, betont Müller. Und Firmen, die sich in unmittelbarer Nähe zur Autobahn 46 ansiedeln möchten, gebe es auch genug: "Wir haben etliche Anfragen vorliegen."

Wie in den beiden vorherigen, sollen auch im dritten Abschnitt des Gewerbegebietes vorwiegend kleinere und mittlere Betriebe angesiedelt werden. "Mit Rücksicht auf das gegenüberliegende Neubaugebiet werden das nicht störende Firmen sein", sagt Ralf Müller: "Unternehmen, die viel Verkehr oder laute Produktionsprozesse mit sich bringen, sind dort schon alleine vom Planungsrecht her nicht vorgesehen." Für das Gewerbegebiet liegt der Stadt unter anderem eine Anfrage eines Backwarenproduzenten vor, der in Kapellen rund 50 Arbeitsplätze schaffen möchte. Ein solcher Betrieb würde passen.

Eine Fläche von etwa sieben Hektar sei für Grevenbroich aber nur so etwas wie ein Tropfen auf dem heißen Stein, betont Müller: "Wir brauchen dringend neue Gewerbeflächen." Schon jetzt habe die Stadt einen vierten Bauabschnitt im Blick, der das Kapellener Gewerbegebiet noch weiter in Richtung Hemmerden vorantreiben soll. "Dort sind auch noch einmal sechs, sieben Hektar vorhanden", sagt der Leiter des Bürgermeisterbüros. Noch unklar ist aber, ob auf diesem Gelände die Entwässerung ohne vorherige Investitionen in Netz und Rückhaltekapazitäten realisiert werden kann. "Das wird derzeit überprüft", sagt Müller.

Ein Bericht der Verwaltung, der gestern auf Anfrage der FDP dem Rat vorgelegt wurde, macht deutlich: Nahezu 60 Firmen sind derzeit an einer Ansiedlung in Grevenbroich interessiert - vom Automobilzulieferer über einen Handel mit Meeresfrüchten bis hin zur Kunststoffproduktion. Wolle die Stadt alle Anfragen bedienen, brauche sie Gewerbeflächen von insgesamt mehr als zwei Millionen Quadratmeter.

"Die Anfragen, die uns erreichen, beziehen oft eine sehr weit gefasste ,Umkreissuche' mit ein, und es wird nicht ausschließlich nach dem Wirtschaftsstandort Grevenbroich gefragt", relativiert Ralf Müller. Zudem würden oftmals Logistiker an die Türen der städtischen Wirtschaftsförderung anklopfen: "Die bringen aber in der Regel nur wenig Arbeitsplätze."

Da die Flächen knapp sind, setzt die Stadt ihre Hoffnung auf das geplante interkommunale Gewerbegebiet mit Jüchen sowie auf weitere Grundstücke, die im Rahmen des Strukturwandel-Projekts "Rheinisches Sixpack" erschlossen werden sollen. Das Gewerbegebiet mit der Gemeinde Rommerskirchen ist indes an den Preisvorstellungen des Eigentümers gescheitert. Vor einigen Jahren, sagt Ralf Müller, lag der Richtwert für Ackerland um 4,50 bis fünf Euro pro Quadratmeter. "Heute werden zehn Euro und mehr aufgerufen."

(NGZ)
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