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Grevenbroich: Gewerbegebiet in Warteschleife

Grevenbroich : Gewerbegebiet in Warteschleife

Die Stadt braucht Platz, um Gewerbe anzusiedeln. Doch das Interkommunale Gewerbegebiet Neurath kommt wegen Grundstücksverhandlungen nicht voran. Erhebliche Verzögerungen gibt's auch an der Merkatorstraße.

Die SPD-Fraktion will die Wirtschaftsförderung mehr in die Pflicht nehmen — fordert eine vierteljährliche Leistungsbilanz. Während sich in Nachbarkommunen neues Gewerbe ansiedele, passiere in Grevenbroich wenig. Doch die Stadt hat bei mancher Fläche mit Problemen zu kämpfen: Das Interkommunale Gewerbegebiet kommt bei Neurath nicht voran. Und fürs Gewerbegebiet an der Merkatorstraße lassen die Bagger seit Jahren auf sich warten.

Dabei braucht die Stadt dringend neue Gewerbeflächen. "Wir mussten schon Unternehmen, die sich ansiedeln wollten, eine Absage erteilen", hatte Bürgermeisterin Ursula Kwasny erklärt. Und Stadtsprecher Andreas Sterken weiß: "Was fehlt, sind Gewerbeflächen, in denen rund um die Uhr gearbeitet werden kann, wo keine Wohnhäuser in der Umgebung sind".

Dafür käme das Interkommunale Gewerbegebiet nahe dem BoA-Kraftwerk in Neurath — Partner sind Grevenbroich, Rommerskirchen und RWE — gerade recht: Auf knapp zwölf Hektar Fläche soll "Zulieferindustrie für die Kraftwerke angesiedelt werden", wie Sterken erläutert. 2010 beschloss der Stadtrat die Bebauungspläne für das Gewerbe-Areal und den großen Gewächshauspark nebenan. Dort werden bereits Tomaten geerntet, doch das Nachbargebiet muss noch eine Hürde nehmen: "Die Verhandlungen mit einem privaten Grundstückseigentümer laufen noch", so Sterken. Käufer wäre RWE.

Auch Interessenten für die Ansiedlung gibt es laut Sterken noch nicht: "Wenn ein Unternehmen sich ansiedeln will, muss sofort eine passende Fläche zur Verfügung stehen." Vor dem Einstieg in die Vermarktung müsse der Flächenkauf abgeschlossen sein. Wann das ist, kann Sterken nicht sagen.

Die Stadt hat Erfahrungen mit Verzögerungen bei Gewerbegebieten: Jahrelang tat sich auf der ehemaligen Bahnfläche an der Merkatorstaße am Bahnhof nichts. Die Vermarktung in Regie der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft "dümpelte" lange vor sich hin. Im Jahr 2009 kaufte die Stadt das Areal, hatte bald Interessenten. "Grundstückseigentümerin ist die Stadt aber erst seit März 2011, das Umschreibungsverfahren hat sich leider in die Länge gezogen", sagt Sterken, der Positives ankündigt: "Die Verhandlungen mit drei Interessenten für insgesamt 4500 Quadratmeter stehen kurz vor dem Abschluss". Namen nennt die Stadt noch nicht. Weitere 7800 Quadratmeter stehen zum Verkauf — für 60 bis 80 Euro je Quadratmeter.

Ein Trost: Am anderen Ende der Stadt macht das neue Gewerbegebiet in Kapellen Fortschritte, erste Firmen haben sich angesiedelt.

(NGZ/rl)