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Grevenbroich: Gewerbefläche fehlt - Firmen abgewiesen

Grevenbroich : Gewerbefläche fehlt - Firmen abgewiesen

Etwa 75 Unternehmen wollten sich im auslaufenden Jahr in der Stadt ansiedeln. Den meisten von ihnen musste die Wirtschaftsförderung eine Absage erteilen. Denn in Grevenbroich mangelt es eklatant an Gewerbeflächen.

Das Ansiedlungsgeschäft der städtischen Wirtschaftsförderung war 2016 vor allem von einem geprägt: dem latenten Mangel an Gewerbeflächen. "Viele kleinere und mittlere Firmen haben sich in den vergangenen Monaten für den Standort Grevenbroich interessiert - doch den meisten von ihnen konnten wir kein geeignetes Grundstück anbieten", beklagt Ralf Müller, Leiter des Bürgermeisterbüros: "Es gibt mittlerweile einen beachtlichen Nachfrage-Stau."

Grevenbroich liegt zentral zwischen den Städten Köln, Düsseldorf und Mönchengladbach, die Autobahnanbindung ist ideal. "Diese Ausgangsposition macht uns interessant für viele ansiedlungswillige Firmen", sagt Müller. So hätten sich im zurückliegenden Jahr denn auch etwa 75 Unternehmen für den Standort interessiert. "Das ging querbeet durch die Branchen - vom Schreinerbetrieb bis hin zum Telekommunikationsanbieter", berichtet Ralf Müller: "Das ist eine positive Ausgangslage. Doch leider mussten wir in den meisten Fällen eine Absage erteilen, weil uns Flächen fehlen, um die Nachfrage zu decken." Aus diesem Grund habe sich die Wirtschaftsförderung mehr schlecht als recht mit der Weitervermietung von leerstehenden Immobilien über Wasser halten müssen.

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Ralf Müller hofft darauf, dass Grevenbroich 2017 wieder mit Gewerbeflächen an den Markt gehen kann. "Wir stehen in recht aussichtsreichen Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, um zumindest einen Teil der Nachfrage befriedigen zu können", sagt Müller. Auf Dauer brauche die Stadt aber größere, zusammenhängendere Areale, wie sie die Regionalplanung etwa an der Grenze zu Jüchen oder auf der gegenüberliegenden Seite des Industriegebiets Ost (Richtung Heyderhof) vorsehe. "Bis der neue Regionalplan zustande kommt, kann es aber Frühjahr 2018 werden", sagt Müller: "Und dann wird es immer noch Jahre dauern, bis dass die ersten Unternehmen angesiedelt werden können." Bis dahin müsse sich die Stadtverwaltung darauf konzentrieren, bereits planungsrechtlich abgesicherte Grundstücksreserven zu heben.

Neben den Gewerbeflächen hätten insbesondere die leerstehenden Geschäfte in der Fußgängerzone im Fokus der Wirtschaftsförderung gestanden, sagt Müller. Zwar konnten die Strauss-Fläche in der Coens-Galerie und die ehemalige Tchibo-Filiale an der Kölner Straße im Laufe des Jahres nachvermietet werden - doch: "Nach wie vor gibt es einige Problem-Immobilien in der City."

Wie der Leiter des Bürgermeisterbüros berichtet, laufen derzeit Verhandlungen zwischen Immobilienbesitzern und ansiedlungswilligen Firmen, die sich in der Innenstadt niederlassen wollen. "Ich bin optimistisch, dass dabei etwas Handfestes herauskommen wird", sagt Müller. Vor diesem Hintergrund habe er die Hoffnung, "dass das Thema Leerstände im kommenden Jahr im Wesentlichen zu den Akten gelegt werden kann".

Zufrieden ist Müller mit den Aktivitäten der Wirtschaftsförderung für schnellere Internetanbindungen im Stadtgebiet. "Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Glasfaser ist gut", sagt er, die Orte Hemmerden, Kapellen, Hülchrath, Münchrath, Mühlrath, Neukirchen und Langwaden seien bereits mit Surfgeschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s ausgerüstet worden. Verbleibende Lücken sollen mit Hilfe eines Förderprogramms geschlossen werden, für das sich der Rhein-Kreis beworben hat. Im Frühjahr 2017 rechnet Müller mit ersten Förderbescheiden für dieses Programm.

(NGZ)