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Gewaltiger Generator geht auf Reise nach Grevenbroich

Kraftwerke in Grevenbroich : 400 Tonnen Stahl rollen nach Neurath

Seit Dienstag ist ein besonderer Schwertransport von Voerde auf dem Weg ins Kraftwerk Neurath. 400 Tonnen schwer ist der Stator, der unbewegliche Teil eines Generators. Zehn Tage dauert der Transport auf Rhein und Straßen.

Der Energiekonzern RWE Power füllt sein Ersatzteillager auf, doch der Neuzugang sprengt alle üblichen Dimensionen. 400 Tonnen schwer und zwölf Meter lang ist der sogenannte Stator, der unbewegliche Teil eines Kraftwerksgenerators. RWE Power hat das Schwergewicht aus dem früheren Kraftwerk in Voerde am Niederrhein angekauft. Der Transport auf Schiff und Speziallader ist eine logistische Herausforderung. In einer Woche soll der Riese im Kraftwerk Neurath eintreffen. Zwei Millionen Euro kostet das Projekt samt Kauf, Demontage und Transport.

Im 2017 war das Steinkohlekraftwerk in Voerde stillgelegt worden. Die Generatoren dort sind kompatibel mit den Stromerzeugern in RWE-Braunkohlenkraftwerken. Bei eventuellen Schäden können mit dem Reserve-Generator Reparatur- und Stillstandszeiten minimiert werden. Die Neuanfertigung eines solchen Teils würde laut RWE länger als ein Jahr dauern.

Doch erst einmal müssen die 400 Tonnen Stahl nach Grevenbroich kommen. In Voerde-Mehrum wurde der Riese auf ein Ponton-Schiff verladen. Am Mittwoch schwamm der Generator darauf vorbei Richtung Köln-Langel, am Donnerstag wird dort ausgeladen. Laut RWE muss am Donnerstag der Fährverkehr zwischen Köln-Langel und Leverkusen-Hitdorf zwischen 8 und 16.30 Uhr eingestellt werden.

Von Köln geht es auf dem Landweg zunächst Richtung A57 weiter. Weil eine Brücke über die Autobahn für die Last nicht zugelassen ist, rollt der Transport am Freitagabend „auf die A57 zunächst in Fahrtrichtung Neuss. Zwischen den Anschlussstellen Worringen und Dormagen werden die Mittelleitplanken abgebaut, so dass der Schwertransporter die Fahrbahnseite wechseln und wieder zurück rollen kann“, erläutert Guido Steffen, Sprecher bei RWE Power.

Anschließend wird der Transport auf der L183 bei Köln-Sinnersdorf zunächst abgestellt und für den weiteren Weg umgebaut. „Der Schwertransport rollt auf bis zu 52 Achsen“ „Das Gesamtgewicht des bis zu 115 Meter langen Gefährts: rund 700 Tonnen. Für die letzte Strecke von Bergheim nach Neurath kommt ein Selbstfahrer ohne Zugmaschine zum Einsatz. Drei bis vier Mitarbeiter eines Transportunternehmens steuern den Boliden Zentimeter genau. Zum Tross gehören rund 15 Transporteure und Einweiser, mehrere Polizeiwagen und Security-Kräfte. Wegen der Beeinträchtigung für den Verkehr wird der Transport nur nachts unterwegs sein, in der Regel zwischen 22 und fünf Uhr.

Klar, dass an vielen Stellen für den Riesen Platz geschaffen werden muss. Schilder, die im Weg stehen, müssen demontiert und nach dem Passieren wieder aufgestellt werden. Brücken werden nach dem Überqueren auf Schäden kontrolliert. Bürgersteige werden zum Schutz mit Platten ausgelegt. Für die Überwindung eines Kreisverkehrs wird rund eine Stunde Zeit kalkuliert. Um über den Kreisel zu kommen, kann die Spezialkonstruktion angehoben werden.

Am Donnerstag, 11. April, soll der Generator, wie Steffen erklärt, auf der Buchholzer Straße (L 213) das Grevenbroicher Stadtgebiet erreichen und bald darauf im Kraftwerk eintreffen. Der kleinere Rotor, das bewegliche Teils des Generators, gelangt in einem gesonderten Transport an sein Ziel.

Bereits im vergangenen Jahr war ein Generator aus Voerde ins RWE-Kraftwerk Weisweiler transportiert worden. Der Weg führte dabei unter anderem durch Meerbusch. 27 Brücken mussten insgesamt überquert werden.