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Grevenbroich: Gestank: Rhein-Kreis bestätigt Emission aus Kaminen

Grevenbroich : Gestank: Rhein-Kreis bestätigt Emission aus Kaminen

Der Rhein-Kreis Neuss hat "starken Geruch" aus Kaminen im Industriegebiet Ost bestätigt. Das ist das Ergebnis einer "unangemeldeten Überprüfung" eines Kreismitarbeiters. "

Jetzt haben wir die offizielle Bestätigung der von uns beschriebenen, massiven nächtlichen Emissionen", erklärt Claus Schäfer, einer der Sprecher der "Interessengemeinschaft Lebensqualität in Grevenbroich" (IGL). Sie fordert ein Ende des Gestanks in Barrenstein und der Südstadt.

IGL-Sprecherkollege Leo Oehmen hatte jetzt Post von Kreisdezernent Karsten Mankowsky mit Details über die Überprüfung in der Nacht zum 10. Juli — von 2.30 bis 4 Uhr — erhalten. "Starke Rauch- und Geruchswahrnehmungen wurden durch die von Aleris Recycling GmbH betriebenen beiden Abluftkamine der Filteranlagen der IMCO-Öfen 1/2 und 3/4 im Bereich der Marie-Curie-Straße verursacht", so Mankowsky über die nächtlichen Feststellungen seines Mitarbeiters.

Der habe zudem eine "leichte Rauchentwicklung" bei einem Abluftkamin der Tokai Erftcarbon ausgemacht. "Wir haben die Ergebnisse an die Bezirksregierungen weitergegeben", so Mankowsky. Zugleich betont er: "Dem muss nachgegangen werden. Die Beschwerden der Bürger müssen ernst genommen werden."

IGL-Sprecher Claus Schäfer fordert Konsequenzen. "Auf unserer Homepage sind bereits 191 Gestanksmeldungen eingegangen. Tokai Erftcarbon hat zugegeben, eine der Quellen zu sein. Wir fordern nun Aleris auf, sich ebenfalls zu den amtlich bestätigten Gestanksattacken zu bekennen und nicht nur von undichten Lagerhallen zu berichten", so Schäfer. Zudem fordert die IGL von der Bezirksregierung Düsseldorf "wirksame Überwachungsmaßnahmen. Wir haben das Gefühl, dass wir bei den letzten Meldungen dort nicht ernst genommen wurden."

Bis zu einer Lösung könnte es noch dauern. "Wir wollen erst das in Auftrag gegebene Geruchs-Gutachten abwarten, das liegt noch nicht vor", so Marielle Erb, stellvertretende Pressesprecherin der Bezirksregierung. "Schnüffler" loten zurzeit die Quellen aus. Erb rechnet "vermutlich im November" mit Ergebnissen. Dann werde über Maßnahmen gesprochen.

(NGZ)