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Grevenbroich: Gestank: Gutachter prüfen bis September

Grevenbroich : Gestank: Gutachter prüfen bis September

Noch bis September werden die "Schnüffler" in Barrenstein, Allrath und der Südstadt ihre Nasen in den Wind halten. Nach häufigen Beschwerden über Gestank hat die Bezirksregierung ein Geruchsgutachten in Auftrag gegeben.

Mitarbeiter des Umweltschutz-Instituts Aneco sind seit September 2010 den Verursachern der Belästigungen auf der Spur. Eine erste Erkenntnis des Mönchengladbacher Unternehmens: In Barrenstein wurden häufig Gerüche wahrgenommen, die von "Hydro Aluminium Rolled Products" (Harp) stammen würden.

Die Firmen Hydro, Aleris und Tokai haben einen "Nachbarschaftsdialog" initiiert, um mit den Betroffenen das weitere Vorgehen zu diskutieren. Bei dieser Gelegenheit gab Uwe Hartmann von Aneco jetzt einen Zwischenbericht zum Gutachten. Demnach liege "eine erkennbar hohe Geruchshäufigkeit" in Barrenstein vor: "Signifikant sind dort Gerüche der Harp, im geringen Umfang auch von Tokai und Aleris. Geruchshäufigkeiten in der Südstadt und in Allrath sind niedriger", so Hartmann. Der Aneco-Vertreter räumte jedoch ein: "Diese Zwischenergebnisse können sich aber noch verschieben."

Ein Jahr lang sind die Mitarbeiter des Umweltschutz-Instituts in Grevenbroich aktiv. Das Umfeld des ehemaligen Erftwerks wurde in Rasterfelder aufgeteilt, die in regelmäßigen Abständen begangen werden. "Die Prüfer halten sich am Messpunkt jeweils zehn Minuten auf. In dieser Zeit wird alle zehn Sekunden eine Geruchsprobe genommen", so Hartmann.

Die Firmen signalisierten beim "Nachbarschaftsdialog", dass sie bemüht seien, die Belästigungen einzudämmen. So erklärte Turgut Akyel vom Graphitelektroden-Hersteller Tokai, dass sein Unternehmen aktuell rund zehn Millionen Euro in die Sanierung von Altanlagen investiere. Die Firma erwarte, dass "die Maßnahmen für die Südstadt erhebliche Geruchsminderungen erbringen werden". Auch die Vertreter von Hydro Aluminium Rolled Products und Aleris betonten, dass ihre Firmen noch in diesem Jahr konkrete Projekte benennen würden, mit denen eine Minderung der Geruchsbelästigungen erzielt werden soll.

(NGZ)