St. Sebastianus-Schützen: Gerichte sollen amtlich entscheiden

St. Sebastianus-Schützen : Gerichte sollen amtlich entscheiden

Von Sebastian Meurer

Von Sebastian Meurer

Eigentlich hätte die Generalversammlung der Neuenhausener St. Sebastianus-Schützen - drei Wochen vor dem Schützenfest - ganz im Zeichen des allljährlichen Höhepunkts des Vereinslebens stehen sollen. Zu weiten Teilen war dies auch der Fall, gleichwohl spielte bei der von 117 Mitgliedern aus 29 Zügen besuchten Zusammenkunft aber natürlich auch die neueste Entwicklung in Sachen Schützenhaus eine Rolle. Richterliche Ortstermine sind für die Neuenhausener Schützen nichts Neues: Am kommenden Mittwoch sind Vertreter der Bruderschaft am Schützenhaus dabei , auch wenn im Verfahren nicht die Vereinigung, sondern die Stadt Grevenbroich als Beklagte auftritt . NGZ-Foto: H. Jazyk

Dem für kommenden Mittwoch durch das Oberverwaltungsgericht Münster anberaumten Ortstermin sehen die Schützen mit großer Gelassenheit entgegen, wie Brudermeister Hermann-Josef Schleifer und Geschäftsführer Manfred Müller deutlich machten. Für Hermann-Josef Schleifer ist durch die Zulassung der Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf aus dem Jahr 2003 "nichts Weltbewegendes passiert." In punkto richterlicher Ortstermine sind die Schützen zudem nicht unerfahren.

Sowohl eine Richterin des Landgerichts als auch einen Richter des Verwaltungsgerichts hatten die Schützen in den vergangenen Jahren schon zu Gast. Am kommenden Mittwoch werden sowohl Hermann-Josef Schleifer und Manfred Müller als auch ein Rechtsbeistand der Bruderschaft vor Ort am Schützenhaus sein, auch wenn im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht die Vereinigung, sondern die Stadt Grevenbroich als Beklagte auftritt.

Brudermeister und Geschäftsführer werden zudem auch zur mündlichen Verhandlung nach Münster reisen, die für 22. August angesetzt worden ist. Bei dem Verfahren wird es um die konkrete Bestimmung der zulässigen Nutzungen des Schützenhauses gehen. Was den von Bürgermeister Axel Prümm ins Gespräch gebrachten Versuch einer außergerichtlichen Einigung angeht, meinte Hermann-Josef Schleifer: "Wir hätten uns an einen Tisch gesetzt."

Dass es hierzu noch kommen könnte, damit rechnet Schleifer freilich nicht: "Lass die Gerichte entscheiden", meint der Brudermeister. "Dann ist es amtlich" ergänzt Geschäftsführer Müller. Im Übrigen setzen die traditionsbewussten Brauchtumshüter nun auf den Faktor Zeit: Auch wenn es die Kläger und die anderen am heutigen Rechtsstreit Beteiligten einmal nicht mehr geben werde, "die Bruderschaft wird immer noch da sein - die bekommen sie nicht weg", meint Schleifer.

Was die Vorbereitung für das Schützenfest angeht, sind inzwischen alle Details geklärt. Der organisatorische Ablauf wird seinen gewohnten Gang nehmen, wobei der Eintrittspreis an allen Festtagen diesmal bei fünf Euro liegt. Über einen recht guten Verlauf konnten sich die Schützen nach den Worten von Manfred Müller bei dem am 11. Juni gefeierten Sommerfest freuen. Einen ungeahnten Aufschwung hat nach dem Schützenfest 2004 die Schießabteilung genommen. Die Beteiligung an den wöchentlichen Übungen hat sich seither vervielfacht, wobei insbesondere zahlreiche Frauen aktiv sind. Insgesamt sind es rund 40 Mitglieder.

(NGZ)
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