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Grevenbroich: Geocacher sollten auf Naturschutz achten

Grevenbroich : Geocacher sollten auf Naturschutz achten

Mit dem Navigationsgerät auf Schatzsuche: Das sogenannte Geocaching entwickelt sich immer mehr zum Volkssport. Dabei sollte auf die heimische Tierwelt geachtet werden. Umweltbeauftragter Norbert Wolf gibt einige Tipps.

Das "Mein Schaaaaatz" kommt natürlich nicht so röhrend daher wie bei "Herr der Ringe". Aber tatsächlich: Da, in der Schatzkiste, befindet sich ein Ring. Zugegeben, es ist mehr ein Schatzkästlein als eine veritable Kiste, und der Ring ist auch nur aus dem Kaugummiautomat, aber was soll's. Dieser Ring ist hart verdient. Er steht am Ende der modernen Schatzsuche mit GPS-Navigationssystem und genauer Weganweisung durch die Schlossstadt. "Geocaching", heißt das neudeutsch, und das überrascht natürlich. Weil Anglizismen ja immer so aufregend klingen sollen, und "Schatzsuche" nun mal viel aufregender klingt als Geocaching. Absurd. Und leider genauso absurd, wie sich manche Geocacher bei ihrer Schatzsuche benehmen. So manch einem mangelt es an Gespür für Umwelt- und Naturschutz.

Noch sind die Probleme in Grevenbroich zwar nicht so groß wie in anderen Städten. Dennoch weist Norbert Wolf, Umweltbeauftragter der Stadt, auf einige Verhaltensweisen hin, an die sich die Geocacher der Natur und der Umwelt zuliebe halten sollten. "Bei der Wahl ihres Schatzverstecks sollten Geocacher einige Dinge beachten, um heimische Tierarten nicht zu stören", sagt Wolf. So sollten hohle Bäume und andere Orte, die sich ideal als Versteck eignen, gemieden werden. "Sie dienen oft als Brut- und Nistplätze", erklärt Wolf. Auch Schilfbereiche an Gewässern seien ungeeignet. "Da tobt gerade jetzt das Leben. Schatzsucher stören dort nur." Die Hinweise sind hilfreich — auch wenn es in Grevenbroich noch nicht so weit ist wie in anderen Städten.

Die Stadt Düsseldorf zum Beispiel widmet sich auf ihrer Internetseite ausdrücklich dem Thema "Vereinbarkeit von Geocaching und Naturschutz". Ausgedruckt sind die Erklärungen seitenlang. Wer sich die Ausführungen durchliest, ahnt die Probleme, mit denen Naturschützer durch die Schatzsucher zu kämpfen haben — gerade weil Letztere oft unbedacht vorgehen. Und das kommt auch in Grevenbroich vor.

Der Jäger Joachim Knabben jedenfalls hat vor geraumer Zeit das bislang skurrilste "Schatzversteck" in der Schlossstadt aufgedeckt. Bei einem Rundgang entdeckte er eine Ente auf einem Bioteich in Neurath. "Beim nächsten Rundgang eine Woche später war sie immer noch da — an derselben Stelle", sagt Knabben. Das kam ihm merkwürdig vor. Mit einem Schlauchboot ging er der Sache nach und paddelte aufs Wasser. Bei der Ente handelte es sich um eine sogenannte Lockente aus Plastik, an deren Unterleib eine Schnur mit einem Gewicht angebracht war. Das sank auf den Boden des Teiches und hielt nicht nur das Plastiktier fein auf der Stelle im Bioteich. Unter Wasser fand sich auch noch der Schatz für die Geocacher.

Ein Bioteich ist das Gegenteil von einem idealen Schatzversteck. Generell tabu sind auch Naturschutzgebiete, flächenhafte Naturdenkmale und gesetzlich geschützte Biotope sowie Höhlen.

(NGZ)