Grevenbroich: Geld fürs Neukirchener Bad?

Grevenbroich : Geld fürs Neukirchener Bad?

In Zeiten knapper Kassen gibt es keine Zuschüsse für Vereine mehr. Voraussichtlich wird der Finanzausschuss heute eine Ausnahme machen: Den TV Jahn Kapellen plagen Geldsorgen, sein Hallenbad in Neukirchen steht auf der Kippe.

Kurz vor den Etatberatungen im Finanzausschuss richtete Winfried Schmitt, Präsident des TV Jahn Kapellen, einen Hilferuf an die Politiker. Denn sein Verein steckt in Finanznöten — und darauf machte er die Fraktionschefs bei einem Treffen im Rathaus aufmerksam. Die Stadt unterstützt den TV zwar mit 25 000 Euro im Jahr für die Unterhaltung des Neukirchener Hallenbades — doch dieser Betrag reicht nicht aus. Der Verein schloss das vergangene Geschäftsjahr mit einem Minus von 33 000 Euro ab.

Foto: Michael Reuter

"Wir brauchen den Zuschuss", erklärt Winfried Schmitt, Präsident des TV Jahn: "Im Vorjahr hatten wir hohe Reparaturkosten. Und in 2012 müssen die Filteranlagen des Bades neu befüllt werden, da kommen voraussichtlich 20 000 Euro auf uns zu." Nicht das einzige Problem: Den Verein drücken auch gestiegene Energiekosten; alleine fürs Gas zahlt er jährlich rund 70 000 Euro. Wenn der TV Jahn die Hilfe von der Stadt nicht bekomme, gebe es nur einen Weg: "Wir müssten das Bad aus betriebswirtschaftlichen Gründen schließen, um Schaden vom Gesamtverein abzuwenden", so Schmitt, der aber optimistisch ist.

Bei einem Haushaltsdefizit von 55 Millionen Euro steckt die Stadt zwar selbst in der Finanzmisere, doch offensichtlich sind die beiden großen Ratsfraktionen bereit, den Turnverein zu unterstützen. Rosemarie Cremer (SPD) will ihrer Fraktion heute empfehlen, den Turnverein zu unterstützen. "Dabei habe ich Bauchschmerzen", gibt die Sportpolitikerin zu: "Doch würden wir das nicht tun, hätte die Stadt in absehbarer Zeit ein Problem."

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Cremers Sorge: Während des geplanten Um- oder Neubaus stünde das Schlossbad für etwa zwei Jahre nicht für das Schulschwimmen zur Verfügung. "Daher brauchen wir das Neukirchener Bad, wir können die Kinder schließlich nicht in die umliegenden Städte fahren", sagt die SPD-Politikerin. Das sieht Edgar Uebber (CDU) ähnlich. Vor diesem Hintergrund werde sich seine Fraktion heute wohl ebenfalls für ein "Rettungspaket" entscheiden. Aus welchem Topf das Geld fließen soll, steht noch nicht fest. "Das ist eine Denksportaufgabe für die Kämmerin", so Rosemarie Cremer.

Die Notwendigkeit, während des Bad-Umbaus das Schulschwimmen sicherzustellen, sieht auch Sportdezernent Michael Heesch: "Dann werden wir sämtliche Kapazitäten im Stadtgebiet benötigen."

(NGZ)
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