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Grevenbroich: Gegenverkehr in Einbahnstraße

Grevenbroich : Gegenverkehr in Einbahnstraße

Die Friedrichstraße ist auf dem südlichen Abschnitt nun eine Einbahnstraße – für ein Jahr zur Probe. Doch viele Fahrer halten sich nicht daran. Kapellener bemängeln, dass die Stadt die Regelung nicht deutlich genug markiert hat.

Die Friedrichstraße ist auf dem südlichen Abschnitt nun eine Einbahnstraße — für ein Jahr zur Probe. Doch viele Fahrer halten sich nicht daran. Kapellener bemängeln, dass die Stadt die Regelung nicht deutlich genug markiert hat.

Der Durchgangsverkehr soll aus der Friedrichstraße raus. Der Bauausschuss beschloss, dass die Straße probeweise für ein Jahr zwischen Hemmerdener Weg und "Am Tolles" zur Einbahnstraße in Fahrtrichtung Ortsmitte wird. Die nötigen Schilder hat die Stadt aufgestellt, doch es gibt Probleme: Viele halten sich nicht daran, fahren in der verbotenen Richtung — der Gegenverkehr bildet eine Unfallgefahr. "Täglich begegnen mir, wenn ich in vorgeschriebener Richtung fahre, viele Fahrzeuge", schildert Kai-Uwe Kessen (51), er wohnt an der Friedrichstraße. "Genau genommen stelle ich keinen Unterschied zu den Zeiten ohne Einbahnstraßenregelung fest."

Kessen sieht eine Gefahr: Autofahrer, die "nach links auf den Hemmerdener Weg abbiegen wollen, müssen sich auf der Einbahnstraße links einordnen". Ein folgenschwerer Unfall sei da bei Gegenverkehr fast programmiert, "zumal auf dem Hemmerdener Weg viele bei geschlossener Bahnschranke an wartenden Fahrzeugen vorbeifahren und in die Friedrichstraße einbiegen." Auch die Polizei erklärt: "Bei Kontrollen haben wir mehrere Verstöße gegen die Einbahnstraßenregelung festgestellt", so Sprecherin Diane Drawe. Unfälle gab's deswegen laut Polizei aber nicht.

Der Anstoß zur neuen Regelung kam von der CDU. "Hier geht's oft chaotisch zu. Die Autos kommen auf der Straße kaum aneinander vorbei", hatte Ernst Bizer vom Ortsverband argumentiert. Er hatte Anwohner befragt, die große Mehrheit sei für die Einbahnstraße gewesen. Neben der Verwaltung hatten aber auch Anwohner beim Ortstermin große Bedenken. Sie müssen aus Richtung Süden nun über den Bahnübergang Zweifaltern und die Rübenstraße fahren — ein Umweg.

Auch Bizer ist unzufrieden — mit der Umsetzung der neuen Regelung: "Die Verwaltung hat die einfachste Lösung gewählt, nur die Beschilderung geändert. Die weiße Haltelinie an der Einmündung in den Hemmerdener Weg sollte über die ganze Fahrbahn verlängert werden. Dann erkennen Fahrer besser, dass sie dort nicht hinein dürfen." Auch Kessen meint: "Die Straße hat nicht den Charakter einer Einbahnstraße." Er schlägt etwa Richtungspfeile für Links- und Rechtsabbieger an der Einmündung vor.

Die Stadtverwaltung sieht keinen weiteren Handlungsbedarf. "Die Dauer der Regelung ist vorerst auf ein Jahr beschränkt. Über die verkehrsrechtliche Änderung hinaus sind keine baulichen Veränderungen beschlossen worden", sagt Sprecher Andreas Sterken.

Kessen hält zudem eine stärkere Überwachung für nötig. Diane Drawe kündigt an: "Wir werden unsere Kontrollen fortsetzen. "

(NGZ)