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Grevenbroich: Gefahrgut-Einsatz: Discounter geräumt

Grevenbroich : Gefahrgut-Einsatz: Discounter geräumt

Der Lidl-Markt am Hammerwerk in Elsen wurde Dienstagnachmittag evakuiert. Laut Feuerwehr war in der Kälteanlage Kühlmittel ausgetreten, das zu Reizungen der Atemwege führen kann. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Nichts ging mehr an der Zufahrt zum Hammerwerk: Die Polizei hatte für kurze Zeit die Straße ins Gewerbegebiet in Höhe der Rheydter Straße gesperrt. Wenige Meter weiter rückte ein Feuerwehrfahrzeug nach dem anderen an — etwa zwei Stunden dauerte Dienstagnachmittag der Einsatz im Lidl-Fachmarkt.

Ein Absperrband verhinderte die Zufahrt zum großen Parkplatz des Discounters zwischen Poco und der Moschee, statt Kunden gingen Feuerwehrleute am Eingang ein und aus. "Im hinteren Lagerbereich des Marktes ist Kühlmittel aus der Kälteanlage, mit der die Kühltruhen betrieben werden, ausgetreten", erläuterte Feuerwehrchef Udo Lennartz während des Einsatzes. In der Anlage im Lager hinter dem Verkaufsraum habe es ein Leck gegeben, "der Filialleiter stieß dort auf Nebel". Daraufhin wurden gegen 15 Uhr Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei alarmiert. Unter anderem gingen mehrere Löschfahrzeuge und ein Wechsellader mit dem Spezial-Wechselaufbau für den Einsatz mit gefährlichen Stoffen und Gütern neben dem Komplex in Position. Polizei und Feuerwehr räumten den Markt komplett, laut Petra Trabert von der Lidl-Pressestelle in Neckarsulm befanden sich rund 20 Kunden und vier Mitarbeiter im Gebäude.

Das ausgetretene Kühlmittel kann nach Auskunft von Notarzt Marc Zellerhof zu Reizungen der Atemwege, aber auch der Schleimhäute an Mund, Nase und Augen führen. Kommt das Mittel mit der Gefahrstoffbezeichnung R 404 A etwa mit offenen Flammen in Kontakt, können sich giftige Dämpfe bilden. Bei Gas-Ansammlung beispielsweise am Boden kann unter Umständen sogar Erstickungsgefahr bestehen.

Doch am Hammerwerk verlief alles glimpflich, verletzt wurde niemand. "Wir haben vor Ort den Filialleiter und zwei Mitarbeiter, die Kontakt mit dem Nebel hatten, untersucht. Sie hatten keine Beschwerden", erklärt Zellerhof.

Unter Atemschutz nahmen Feuerwehrleute im Gebäude Messungen vor, Einsatzleiter Lennartz konnte danach Entwarnung geben: "Wir haben keine erhöhten Konzentrationen festgestellt." Andere Einsatzkräfte stellten am Gebäude mehrere Lüfter auf. Der Einsatz in Schutzkleidung und mit Helm war bei mehr als 30 Grad Celsius Außentemperatur eine reichlich schweißtreibende Arbeit, die Feuerwehr sorgte für Nachschub an Mineralwasser. Auch Kreisbrandmeister Norbert Lange und eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes der Stadt waren vor Ort.

Am späten Nachmittag gaben laut Lidl-Pressesprecherin Petra Trabert die Lebensmittelüberwachung des Rhein-Kreises Neuss und der Arbeitsschutz ihre Zustimmung für die Öffnung des Discount-Marktes. "Der Filialbetrieb läuft wieder", teilte Trabert mit. Ursache des Einsatzes war "ein Defekt an der Zuleitung zum Ventil an der Kühlanlage".

(NGZ)