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Grevenbroich: Geburtstags-Tour auf das Dach der Welt

Grevenbroich : Geburtstags-Tour auf das Dach der Welt

Er ist jetzt 75 Jahre alt – doch immer noch auf Achse. Clemens Schelhaas plant gerade seine nächsten Abenteuer, die er sich zum Geburtstag schenken möchte.

Er ist jetzt 75 Jahre alt — doch immer noch auf Achse. Clemens Schelhaas plant gerade seine nächsten Abenteuer, die er sich zum Geburtstag schenken möchte.

Mit dem Motorrad will er den Himalaya erkunden. Und: Der Grevenbroicher plant eine Fahrt mit dem Linienbus von Indien nach Nepal.

Pauschal-Tourismus — das ist nicht sein Ding. Clemens Schelhaas unternimmt seine Touren lieber auf eigene Faust. Andere fliegen mit dem Flugzeug zum Urlaubsort, checken in ein komfortables Hotel ein, lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Schelhaas tickt da anders: Ein Motorrad, ein kleines Zelt und eine Tasche mit Unterwäsche zum wechseln — mehr braucht er nicht. Und das Wetter? Völlig egal! So reist der 75-Jährige fast schon sein Leben lang.

"Das alles hat ganz harmlos angefangen", erinnert sich der Grevenbroicher. Sein Fernweh wurde bei einer Fahrradtour ins Sauerland geweckt, später unternahm er mit seinem Sohn eine Motorradfahrt nach Korsika. Seitdem ist der Opa von mittlerweile fünf Enkelkindern nicht mehr zu bremsen, er hat die Welt auf eigene Faust erkundet.

Mehrfach war er in Nepal zu Trekkingtouren, er erkundete das australische Outback, war viele Male in Pakistan und Ladakh, bereiste Asien und Afrika und schenkte sich zum 70. Geburtstag sogar eine Radreise von Grevenbroich zum Ararat, dem höchsten Berg der Türkei, auf dem Noahs Arche gestrandet sein soll.

Irgendwann einmal hat Clemens Schelhaas in einem seiner Tagebücher notiert: "Es ist nicht normal, in einem Leben das alles zu sehen, was ich gesehen habe." Er ist dankbar für das Erlebte — doch ans Aufhören denkt der Grevenbroicher noch lange nicht. Weil er 75 Jahre alt geworden ist, schenkt er sich selbst fünf Geburtstags-Touren, zwei hat Schelhaas bereits hinter sich. Er unternahm mit seinem Rad eine 1100 Kilometer lange Fahrt in die französische Partnerstadt St. Chamond und kehrte erst vor wenigen Tagen aus Italien zurück — er war vom Pitztal nach Verona gewandert.

Im September startet Clemens Schelhaas sein nächstes Abenteuer: Drei Wochen lang will der drahtige Senior mit dem Motorrad im indischen Teil des Himalaya-Massivs unterwegs sein. Sein Ziel ist Ladakh, mit den höchsten befahrbaren Pässen der Welt. "Ich setze dort meine Tour fort, die ich vor zwei Jahren abbrechen musste", erklärt er. Damals blieb er mit seiner Maschine auf 4000 Metern hängen, weil der Monsun die Piste in Schlamm verwandelt hatte. "Da ging nichts mehr."

In Ladakh wird der 75-Jährige auch alte Bekannte treffen: Frank Rost aus Grevenbroich, der mit seiner Frau Steffi Meuter sogar schon zu Fuß in den entlegenen Bergen Ladakhs unterwegs war. "Wir kennen uns von Nepal- und Marokko-Touren und fahren gemeinsam. Die Motorräder werden wir vor Ort mieten, das ist mittlerweile möglich", berichtet Clemens Schelhaas. Seine vierte Geburtstagstour schließt sich unmittelbar an. Von Indien wird er per Linienbus nach Nepal reisen — das südasiatische Bergland, in dem er schon 13 Mal war.

"Ich werde mich dort auf alten Trekkingrouten bewegen — abseits von überlaufenen Pfaden", erklärt er. Über sein Ziel will er vor Ort entscheiden. "Wahrscheinlich wird es mich aber wieder zum 5700 Meter hohen Nang Pa La ziehen, dem Grenzpass zwischen Nepal und Tibet", sagt Clemens Schelhaas und meint: "Leider schießen die Chinesen dort immer noch auf wehrlose tibetische Flüchtlinge."

Nach der Tour plant der 75-Jährige wieder Dia-Vorträge und Ausstellungen — damit auch andere in fremde Kulturen eintauchen können.

(NGZ)