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GDL: Fahrgäste verärgert über Lokführer-Streik

Grevenbroich : Fahrgäste verärgert über Lokführer-Streik

Die RB 38 fiel gestern komplett aus. Bahnkunden müssen Umwege und längere Fahrtzeiten einplanen.

Improvisation ist gefragt: Viele Kunden der Deutschen Bahn mussten sich gestern am Grevenbroicher Bahnhof wegen des sechstägigen Lokführerstreiks nach anderen Fahrtmöglichkeiten umsehen. Der Regional-Express 8 fuhr gestern zwar von Mönchengladbach bis zum Köln/Bonner-Flughafen, doch Richtung Neuss ging auf der Schiene nichts mehr. Die RB 38 fiel laut DB komplett aus. Einen Ersatzfahrplan gab's nicht, dafür ein "Wir bitten um Entschuldigung" auf der digitalen Informationstafel am Bahnsteig.

Die Geduld vieler Fahrgäste ist angesichts der wiederholten Streikaktion der Gewerkschaft GDL reichlich strapaziert. "Jetzt übertreiben sie es langsam", sagte Christopher Czayka (24), der mit Verspätung Richtung Mönchengladbach weiterfuhr. "Ich habe Verständnis dafür, dass die Lokführer mehr Geld möchten. Doch es ist untragbar und unverschämt, dass so oft und lange gestreikt wird. Viele, die zur Arbeit müssen, leiden darunter", erklärte Jacqueline Eitz (28). Die Tagespflegerin aus Orken muss zur Arbeit in Düsseldorf und ließ sich am Schalter, vor dem sich zeitweise eine Schlange bildete, eine Verbindung heraussuchen - auf Umwegen. "Für heute hat mir meine Chefin zum Glück freigegeben." Caro Lemena kam gestern am Bahnhof nicht weiter. Die Dormagenerin wollte nach Hause, "doch der Zug nach Neuss fährt nicht, auch der Bus nach Dormagen kam nicht. Jetzt lasse ich mich abholen", sagte die 20-Jährige.

"Streik ist nicht gut", erklärte Ulvigga Mammadova, die 2014 aus Aserbaidschan nach Deutschland kam und gestern mit Anar Orujov Erfahrungen mit der DB sammelte. "Von Bochum nach Neuss haben wir dreieinhalb Stunden gebraucht", so Orujov. Nun sollte es zurück gehen, Wie? "Das wissen wir noch nicht." Infos über die Streik-Auswirkungen gibt es unter www.bahn.de.

(NGZ)