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Grevenbroich: Gastro-Nachwuchs beim Bezirksduell

Grevenbroich : Gastro-Nachwuchs beim Bezirksduell

Auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft trafen sich gestern neun Köche, acht Hotel- und acht Restaurantfachleute zum Wettbewerb im Berufskolleg. Die Gewinner nehmen dann an der Deutschen Meisterschaft in Königswinter teil.

"Das ist ein richtig gutes Training", begründete Lukas Löffler seine Teilnahme. "Bald steht die Abschlussprüfung an, und so weiß ich schon mal, wo ich stehe." Lampenfieber hatte der 22-Jährige anlässlich der Nordrheinmeisterschaften im Berufskolleg (BBZ). Als einer von acht "Refas", wie die Nachwuchs-Restaurantfachkräfte sich selbst nennen, war er angetreten. "Das sind hier alles Sieger", nämlich diejenigen, die die Regionalmeisterschaften NRW für sich entschieden haben.

 Damit es auf dem Teller fein ausschaut, vor allem aber gut schmeckt, muss bei der Zubereitung jeder Handgriff sitzen. Und dazu braucht man einfach auch Nerven aus Stahl, wissen Nachwuchsköche wie Corinna Klonko.
Damit es auf dem Teller fein ausschaut, vor allem aber gut schmeckt, muss bei der Zubereitung jeder Handgriff sitzen. Und dazu braucht man einfach auch Nerven aus Stahl, wissen Nachwuchsköche wie Corinna Klonko. Foto: Lothar Berns

"Alles steht heute unter dem Motto ,Hochzeit im Mai', moderierte Anja Dannenberg, Bildungsgangsleiterin Gastronomie am BBZ, die übergeordnete Aufgabe aller Kandidaten an. Für eine fiktive Hochzeitsgesellschaft sollten die jungen Leute, alle maximal 25 Jahre alt und im letzten Ausbildungsjahr, ihr Können unter Beweis stellen. Denn damit am Ende die Gäste das viergängige Menü schmausen können, tüftelten die "Hofas" die Speisefolge aus. Dazu mussten sie aus den prall mit Fisch, Fleisch, saisonalem Obst und Gemüse gefüllten Warenkörben Feines zusammenstellen. "Deshalb ist es auch wichtig, sich mit seinen Kochkollegen auszutauschen", sagte Lukas Löffler. Nicht nur, um geeignetes Porzellan nebst Besteck einzudecken. "Die Vinaigrette werde ich später am Tisch zubereiten", verriet er einen anderen Aspekt.

 Feine Mundhappen gab es zum Auftakt des Menüs.
Feine Mundhappen gab es zum Auftakt des Menüs. Foto: von Dolega

"Die Optik spielt aus verschiedenen Gründen in fast allen Bereichen eine wichtige Rolle", erklärte Jurorin Dannenberg ein Kriterium der Punktevergabe. Natürlich muss die Dekoration dem Anlass entsprechend sein. Aber auch bei den Canapés isst das Auge sprichwörtlich mit, da darf nichts triefen oder fettig sein, vor allem müssen die feinen Happen "hübsch drapiert" sein. Mit gutem Aussehen allein ist es allerdings nicht getan - Größe des Appetithappen und Konsistenz wurden ebenfalls bewertet.

Und so raspelten, hackten, schnitten und zerteilten die Jungköche für die einzelnen Gänge Kalbsrücken, Bachsaibling, Riesengarnelen und verwandelten Rhabarber mit Erdbeeren zu süßen Desserts. "Ich glaube, die Kandidaten arbeiten noch besser, wenn wir nicht daneben stehen", Wusste Juror Walter Schütz aus Düren. Allerdings lohnte der Blick auf die Fingerfertigkeit, mit der aus vormals indifferent aussehendem Grünzeug eine Spinatmatte für eine darin einzuwickelnde Fischterrine wurde.

Zwischen heißen Töpfen und Pfannen - von den Köchen übrigens ebenso wie ihre Messer aus eigenem Bestand mitgebracht, denn diese Utensilien sind dem Koch heilig - mussten auch Prüfungsfragen beantwortet werden. Und der Faktor Zeit durfte nicht aus den Augen gelassen werden. "Der Zeitdruck ist in allen gastronomischen Bereichen die größte Herausforderung: Der Gast möchte alles sofort", sagten die Juroren einstimmig.

"Das ist ja gerade das Tolle an meinem Beruf. Ich kann den Gästen einen Abend bereiten, der unvergesslich ist", sagt Lukas Löffler. Beherrscht man sein Metier, gibt es auch kein Lampenfieber.

(NGZ)