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Grevenbroich: Gaspreis steigt im Oktober

Grevenbroich : Gaspreis steigt im Oktober

Das Gas- und Wasserwerk kündigt eine Erhöhung des Gaspreises an. Ab dem 1. Oktober zahlen die NEW-Kunden im Durchschnitt rund vier Prozent mehr. Die Grevenbroicher Gaspreis-Initiative protestiert.

Nach zwei Preissenkungen im Oktober 2011 und Januar 2012 dreht sich die Spirale wieder nach oben. "Im Herbst werden wir eine Erhöhung des Gaspreises vornehmen — und zwar eine moderate", sagt Kai-Oliver Dubben von NEW. Für Kunden in der Grundversorgung bedeutet das im Schnitt 0,36 Cent mehr pro Kilowattstunde. Wer einen Sondervertrag mit dem Versorger abgeschlossen hat, muss mit einer Erhöhung von 0,24 Cent rechnen. "Das sind durchschnittlich vier Prozent", so Dubben.

Auf einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von jährlich 20 000 Kilowattstunden schlägt sich das mit etwa sechs Euro mehr pro Monat nieder. Bei Sonderverträgen sind es vier Euro. In Grevenbroich beliefert NEW rund 11 500 Kunden mit Gas. Laut Kai-Oliver Dubben beziehen nur noch knapp 1000 Haushalte die Grundversorgung.

"Wir arbeiten daran, die Energie-beschaffung zu verbessern", sagt der Prokurist: "Früher wurden die benötigten Gasmengen meist von einem Vorlieferanten gekauft, sie waren an die Ölpreise gekoppelt. Heute dagegen wird die Energie an Großhandelsmärkten erworben. Damit werden bessere Einkaufspreise erzielt, die unabhängig von den hohen Ölpreisen sind."

Angesichts des innerhalb eines Jahres um rund 17 Prozent gestiegenen Preises fürs Öl komme dies dem Kunden zugute, ist Kai-Oliver Dubben überzeugt. "Dem allgemeinen Trend steigender Energiepreise können wir uns aber nicht entziehen", erklärt der NEW-Prokurist mit Blick auf die für den 1. Oktober angekündigte Erhöhung." Ralf Poll, Geschäftsführer der NEW-Vertriebsgesellschaft, erwartet, dass neben den gestiegenen Marktpreisen auch die Netzentgelte für die Gasnetzbetreiber ansteigen werden. In den neuen Grundversorgungspreisen sei dies bereits berücksichtigt worden. Für die gesamte Heizperiode — das heißt bis Ende März 2013 — werde es laut Poll keine weitere Erhöhung des Grundversorgungspreises geben.

Harsche Kritik am Vorgehen des Versorgers übt die Grevenbroicher Initiative "Fairer Gaspreis". Sprecher Heinrich Markmann verurteilte die angekündigte Erhöhung als "einen Hohn" — denn: "Die Einkaufspreise bei der russischen Gazprom sind für den Konzern erheblich gesunken, sogar im Nachhinein für vergangene Jahre. Eon aber hält für deutsche Verbraucher den Gaspreis hoch und erzielt deutlich höhere Gewinne." Laut Markmann herrsche ein Überangebot auf dem Gasmarkt: "Überall auf der Welt sinken die Preise, nur für Deutschland gilt das nicht." Im Protest gegen die Erhöhung will sich die Initiative Rechtsbeistand einholen.

(NGZ)