1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Ganz Grevenbroich wieder in Fest-Stimmung

Grevenbroich : Ganz Grevenbroich wieder in Fest-Stimmung

Etwa 1400 Schützen und Musiker marschierten am Nachmittag vor dem Königspaar Franz-Josef Esser und Vanessa Geisbüsch auf.

"Wun! Der! Schön!" — das ist die vorläufige Bilanz von König Franz-Josef Esser. Der 31 Jahre alte Metzger genießt das Schützenfest in vollen Zügen. Gestern stand er mit seiner Königin Vanessa Geisbüsch (27) im Mittelpunkt des großen Umzuges und der Parade auf der Breite Straße. Rund 1400 Jäger, Grenadiere, Artilleristen und Musiker marschierten zu Ehren der beiden Majestäten auf.

Besonders schick: (v. l.) Svenja Sürth, Miriam Rech, Isabel Pilger und Marie Harter sind die Hofdamen des Grevenbroicher Königspaares. Foto: Berns, Lothar (lber)

Darunter auch eine große Abordnung von jungen Schützen: Zum 40-jährigen Bestehen der Grevenbroicher Edelknaben hatten die Vereine aus Allrath, Elfgen, Elsen, Gustorf, Orken und Wevelinghoven ihren Nachwuchs ins Stadtzentrum entsandt. Die insgesamt mehr als 150 Jungen bildeten einen eigenen Marschblock, dafür wurde die Musik von jeweils neun auf zehn Tambourkorps und Kapellen verstärkt.

Zehn Tambourkorps und zehn Musikkapellen sorgten für den guten Ton. Mehr als 500 Musiker spielten beim Grevenbroicher Schützenfest zur Parade auf. Foto: Berns, Lothar (lber)

Für Musiker Richard Hanke gab es eine Premiere: Der Major des Tambourkorps Elsen-Fürth erlebte den Umzug erstmals in einer Kutsche. Nachdem er von Regimentschef Joachim Schwedhelm mit dem Oberstorden dekoriert wurde, zählte Hanke zu den Ehrengästen des Umzuges. "Für mich ist das nach 48 Jahren etwas völlig Neues", meinte der Chef des ersten Grevenbroicher Tambourkorps. Seinen Posten an der Spitze des Spielmannszuges übernahm gestern Ralf Königs.

Mit dem bisherigen Ablauf des Schützenfestes ist der BSV-Vorstand vollauf zufrieden: "Der Fackelzug war ein Publikums-Magnet, danach herrschte tolle Stimmung im Zelt", resümierte Präsident Dr. Peter Cremerius. Für ihn und seine Vorstandskollegen begann der gestrige Sonntag mit einem Frühstück, zu dem Ursula Kwasny ins Rathaus geladen hatte. Die Bürgermeisterin spendierte Rührei mit Speck, belegte Brötchen und ein Gläschen "Feldapotheker" als Absacker.

Nach dem Gottesdienst in der Christuskirche, den Pfarrerin Monika Ruge und Monsignore Guido Assmann gestalteten, zogen die Schützen zur Gedenkfeier auf den Platz der Deutschen Einheit. Wenig später standen im Festzelt die jüngsten Schützen im Mittelpunkt. Jugendregent Nicolas Gallus (12) und Edelknabenmajestät Noah Troles (8) wurden mit ihren Königsketten ausgestattet. Das Silber überreichten Franz-Josef Esser und der Gindorfer Brudermeister Robert Hoppe, der als Schirmherr den Geburtstag des Nachwuchses begleitet. Vor 40 Jahren gehörte er zu den ersten Edelknaben des Regiments.

Peter Cremerius würdigte bei der Morgenfeier die Verdienste von Toni Grippekoven, der 1973 den Edelknabenzug aus der Taufe hob. Heute werden die jungen Schützen von Ulrich Herlitz und Axel Holzhausen betreut, deren Arbeit der Präsident durchaus zu schätzen weiß: "Anstatt entspannt in ihren Zügen mitzumarschieren, hüten sie lieber einen Sack Flöhe — das ist echte Nachwuchsarbeit", meinte Cremerius.

Auszeichnungen wurden auch verteilt: Joachim Schwedhelm überreichte den jungen Schützen seine Ehrennadel, Karl-Heinz Schröder vergab die Orden des Königskreises. Und Noah Troles zeichnete Betreuer und Schützenkönig mit seinem eigenen Orden aus. Wer weiß, vielleicht wird er ja eines Tages seinem großen Vorbild nacheifern. Auszuschließen ist das nicht. Denn als Sechsjähriger hatte Franz-Josef Esser dem damaligen König Hans "Laddy" Birbaum zugesagt, in 25 Jahren in dessen Fußstapfen zu treten. Das Versprechen hat er gehalten — und wie es ist, König zu sein, weiß man ja: "Wun! Der! Schön!".

(NGZ)