1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Fußballer suchen 200 Rasen-Sponsoren

Grevenbroich : Fußballer suchen 200 Rasen-Sponsoren

Der BV Wevelinghoven will einen Kunstrasenplatz und wird selbst aktiv: Ein Förderkreis soll einen Teil der Kosten (bis zu 500 000 Euro) übernehmen. 200 Sponsoren werden gebraucht. Bürgermeisterin Kwasny unterstützt das Projekt.

Der BV Wevelinghoven will im hundertsten Jahr seines Bestehens ein großes Projekt realisieren — einen Kunstrasenplatz. "Das wird für unseren Verein eine große Herausforderung. Aber wir sehen das Jubiläumsjahr als Chance, dieses Ziel zu erreichen", sagt Wolfgang Klasen (54), Vereinsvorsitzender des Ballspielvereins. Mit einem Investitionsvolumen von 450 000 bis 500 000 Euro rechnet Klasen — rund ein Viertel der Kosten will der Verein selbst übernehmen.

Um diese Summe aufzubringen, hat der Verein einen eigenen Förderkreis gegründet. Wer ihm beitritt, verpflichtet sich über einen Zeitraum von fünf Jahren, zehn Euro pro Monat zu zahlen. "Wir müssen mindestens 200 Unterstützer finden", so Wolfgang Klasen.

Dieses Konzept wurde bereits im Rathaus bei Bürgermeisterin Ursula Kwasny vorgestellt. Der erste Schritt: Mit der Stadt Grevenbroich wurde eine öffentlich-private-Partnerschaft (ÖPP) geschlossen. Als Partner nimmt der BVW den Kredit auf. Über fünf Jahre trägt zunächst der Verein über seinen Förderkreis die Finanzierung, ehe die Stadt die Restschuld übernehmen soll.

"Wir sind selbst aktiv geworden, da wir den Kunstrasen möglichst schnell realisieren wollen", sagt Wolfgang Klasen. Er sieht in dem Modell auch Vorteile für die Stadt: Sie müsste erst 2018/19 Kosten übernehmen. Wie Bürgermeisterin Ursula Kwasny erklärt, prüfe die städtische Sportverwaltung zurzeit das Finanzierungskonzept der Wevelinghovener. "Die Vereine erkennen, dass wir eine schlechte Haushaltssituation haben. Vielleicht ist das ein gangbarer Weg", sagt sie.

Warum ein Kunstrasenplatz für die Zukunft des BVW wichtig ist: "Auch wenn unser Tennenplatz in einem ordentlichen Zustand ist — so ist doch die Drainage nach 30 Jahren nicht mehr die leistungsstärkste", sagt Vereinschef Wolfgang Klasen. Ein Kunstrasenplatz sei heute kein Luxus mehr, sondern Standard.

Das sieht der TuS Grevenbroich genau so. Auch er möchte seinen Tennenplatz mit einem Kunstrasen ausstatten und hat um Unterstützung der Stadt gebeten. Der Sportausschuss erklärte sich bereit, das etwa 700 000 Euro teure Projekt zu fördern. Als Finanzaufsicht der Stadt hat Landrat Hans-Jürgen Petrauschke jedoch zwischenzeitlich Bedenken angemeldet. Die unter extremem Geldmangel leidende Stadt müsse ihm gute Argumente für die Notwendigkeit dieses Vorhabens liefern. "Auch daran wird zurzeit in der Sportverwaltung gearbeitet", erklärt Ursula Kwasny.

Gleichwohl macht die Bürgermeisterin deutlich, dass die Stadt bei einem Haushaltsdefizit von 30 Millionen Euro keine Wünsche mehr erfüllen könne. das treffe auch die Vereine. Ihr Beispiel: "Im Bereich der Sports überprüfen wir zurzeit Verträge, die in den 1970er und 1980er Jahren abgeschlossen wurden. Ich möchte aufgelistet haben, wie hoch sich die Stadt an den Nebenkosten in den Vereinsgebäuden beteiligt — also an Wasser und Strom", sagt Kwasny. Welche Konsequenzen folgen könnten, will sie noch nicht sagen. "Sobald diese Liste vorliegt, wollen wir das in Gesprächen mit den Vereinen ausloten."

(NGZ/ac)