Düsseldorf/Grevenbroich: Fußballer soll 1500 Euro für Foul zahlen

Düsseldorf/Grevenbroich : Fußballer soll 1500 Euro für Foul zahlen

Mit einem Vergleich vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf endete am Donnerstag vorläufig ein Verfahren gegen Enver Yilmaz, Jugendfußballer beim TuS Grevenbroich.

Yilmaz (17) soll 1500 Euro Schmerzensgeld an einen Ex-Spieler des 1. FC Mönchengladbach zahlen. Diesem hatte Yilmaz, damals im Trikot der Spielvereinigung Odenkirchen, am 11. Oktober 2008 während eines Pokalspiels der C-Jugend den Ober- und Unterschenkel gebrochen. Die Eltern des Gefoulten klagten daraufhin straf- und zivilrechtlich.

In erster Instanz verurteilte das Landgericht Mönchengladbach Yilmaz zur Zahlung von 2000 Euro Schmerzensgeld. Das Hineinspringen in den Gegenspieler sei eine überharte und vermeidbare Verletzung der Fußballregeln gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung. Das OLG folgte der Beweisführung des Landgerichts: Im Prozess hatten mehrere Zeugen glaubhaft ausgesagt, dass der Beklagte nicht den Ball spielen, sondern den Gegner treffen wollte.

Nach Anhörung der beiden unmittelbar Beteiligten kam der Vorsitzende Richter Jörn Jenssen zu dem Schluss: "Im Sinne des ,Fair Play' muss nicht alles durch ein Gericht entschieden werden." Die Parteien sollten sich vergleichen, Yilmaz 1500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Rechtsanwalt Tobias Matz, der Yilmaz' Haftpflichtversicherung vertritt, nahm den Vergleich auf Widerruf an.

Wenn die Versicherung zahlt, will Vater Ismail Yilmaz den Vergleich akzeptieren. Er sagt aber: "Ich finde das ungerecht, mein Sohn wollte nur Fußball spielen. Jetzt werden wir verurteilt, kommen uns vor wie Schwerverbrecher."

(NGZ)
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