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Grevenbroich: Fünf Waschbär-Waisen gerettet

Grevenbroich : Fünf Waschbär-Waisen gerettet

Fünf Waschbär-Babys wurden jetzt vom Team des Grevenbroicher Schneckenhauses am Schloss Hülchrath geborgen. Das niedliche Quintett kauerte in einer Mauernische des Schlosses und quiekte 24 Stunden lang jämmerlich nach der Mutter.

Anwohner verständigten die Stadt — und nun kümmert sich Norbert Wolf mit seiner Mannschaft um die etwa sieben Wochen alten Bärchen. "Offensichtlich sind sie von ihrer Mutter verlassen worden", erklärt Wolf: "Vielleicht ist sie einem Hund oder einem Autoreifen zum Opfer gefallen."

Die Rolle der Mama übernimmt nun Christina Lück (20). Die Mitarbeiterin des Umweltzentrums kümmert sich liebevoll um die fünf quirligen Waschbären. Nachts nimmt sie die Tiere sogar mit nach Hause: "Schließlich müssen sie rund um die Uhr betreut werden." Die Jungen entwickeln von Tag zu Tag einen größeren Kohldampf.

Anfangs gab es Welpenmilch aus der Flasche, mittlerweile wird Katzenfutter beigemischt. "Das funktioniert ohne Probleme. Denn Waschbären sind nicht gerade wählerisch, die fressen eigentlich alles", sagt Norbert Wolf. Waschbären sind in Nordrhein-Westfalen auf dem Vormarsch.

Rund 8500 wurden 2010/11 in NRW erlegt, bundesweit etwa 68.000 — und damit fast doppelt so viel wie noch vor drei Jahren. Dabei ist der Waschbär, der in Häuser eindringen und großen Schaden anrichten kann, in Deutschland gar nicht heimisch. Erste Exemplare des aus Nordamerika stammenden Tieres sollen während der Nazi-Zeit in Hessen ausgesetzt worden sein.

In Grevenbroich gibt es kaum Probleme mit dem Waschbär. "Im Durchschnitt wird uns zwei Mal jährlich eine Sichtung gemeldet — dabei könnte es sich aber auch um besonders fette Katzen gehandelt haben", erklärt Wolf.

Der bislang spektakulärste Fall ereignete sich vor vier Jahren, als eine Südstädterin in ihrem Bett einen ausgewachsenen Waschbären entdeckte. Das Tier türmte durchs Fenster und wurde mehrere Tage lang von der Feuerwehr quer durch Grevenbroich gejagt.

Die fünf niedlichen Mini-Bären werden in den nächsten Wochen im Schneckenhaus großgezogen. "Sie kommen erst einmal nicht in eine Voliere, wir wollen die kleinen zunächst unter ständiger Beobachtung halten", berichtet Norbert Wolf.

In die Freiheit entlassen wird das quirlige Quintett jedoch nicht: "Sobald die Fünf groß sind, werden wir einen Zoo oder ein Tiergehege suchen, in dem die Geschwister ein Zuhause finden können."

Hier geht es zur Bilderstrecke: So süß sind die fünf Waschbär-Babys

(jco/url/top)