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Grevenbroich: Fünf Fragen zur Sekundarschule

Grevenbroich : Fünf Fragen zur Sekundarschule

In einer Befragung sollen Eltern entscheiden, ob eine Sekundarschule oder eine zweite Gesamtschule eingeführt wird. Doch zur Sekundarschule haben viele Grevenbroicher noch Fragen, die NGZ stellt die neue Schulform vor.

Klar ist: Die Schullandschaft in Grevenbroich wird sich gravierend verändern. Wie, das sollen viele Eltern von Grundschülern bald mit entscheiden. Der Schulausschuss beschloss jetzt eine förmliche Elternbefragung — vorraussichtlich im Herbst — zur Frage, ob in der Stadt eine neue Sekundarschule oder eine zweite Gesamtschule eingeführt wird. Zuvor besteht aber erheblicher Informationsbedarf: Auf die Frage des Tages in der NGZ "Fühlen Sie sich über die Sekundarschule ausreichend informiert", antworteten 91 Prozent mit "Nein". Die NGZ beantwortet wichtige Fragen zur neuen Schulform.

Was ist die Sekundarschule?

Die Sekundarschule — in der Regel eine Ganztagsschule — ist eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens. Sie steht allen Kindern offen. Nina Heil, Sprecherin im NRW-Schulministeriums, erklärt: "Die Sekundarschule hält Kindern alle Chancen offen und bietet die Möglichkeit zu allen Abschlüssen" — vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur. Zunehmend würden sich Eltern "für Schulformen entscheiden, die den Bildungsweg länger offen halten".

Was ist der Unterschied zur Gesamtschule?

Beide Schulformen setzen auf längeres gemeinsames Lernen der Kinder — der größte Unterschied: Die Sekundarschule verfügt über keine eigene Oberstufe, sondern muss dafür eine Kooperation mit einem Gymnasium, Berufskolleg oder einer Gesamtschule eingehen. Schon Eltern von Fünftklässlern wissen damit, wo ihr Kind später in die Oberstufe gehen kann.

Wie viele Jahre wird an der Sekundarschule gelernt?

Die Sekundarschule umfasst die Jahrgänge fünf bis zehn (sechs Jahre). Der Weg zum Abi dauert neun Jahre — ebenso wie an der Gesamtschule und somit ein Jahr länger als an den beiden Grevenbroicher Gymnasien (G 8-Modell).

Wird an der Sekundarschule nach unterschiedlichen Bildungsgängen differenziert?

In der fünften und sechsten Klasse lernen alle Kinder auf jeden Fall zusammen. Für die Zeit ab der siebten Klasse stehen mehrere Modelle zur Wahl: Entweder lernen alle Kinder zusammen (integrierte Lösung). Oder in einigen Fächern wird nach Leistung und Neigung differenziert (teilintegriert, etwa in Grund- oder Erweiterungskursen) gelernt. Möglich ist es auch, ab der sieben Klasse drei Bildungsgänge getrennt (nach den Schulformen Hauptschule, Realschule, Gymnasium) einzurichten — oder zwei unterschiedliche "Anforderungsebenen". Die Entscheidung über die Organisationsform trifft der Schulträger. "Die Sekundarschule verfügt über mehr Differenzierungsmöglichkeiten als die Gesamtschule", so Nina Heil.

Wie viele Sprachen werden gelernt?

Ab der fünften Klasse steht Englisch auf dem Stundenplan. Die zweite Fremdsprache kann ab der sechsten Klasse gewählt werden, eine weitere ab Klasse acht.

(NGZ)