Grevenbroich: Fünf Brücken für neues Autobahnkreuz

Grevenbroich : Fünf Brücken für neues Autobahnkreuz

Der Knotenpunkt Jackerath wird ausgebaut. 50 Millionen Euro sind für den Neubau veranschlagt. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Gut sichtbar sind die Brückenbauarbeiten an der A61. Die Großbaustelle soll 2017 abgeschlossen werden.

Es ist eine der größten Baustellen der Region: In Jackerath wird ein neues Autobahnkreuz gebaut, und auf einem Damm durch den Braunkohlentagebau Garzweiler entsteht ein neues Teilstück der Autobahn 44, das in einigen Jahren die Autobahnkreuze von Jackerath und Holz verbinden soll. Beim Landesbetrieb Straßen NRW sind zwei Dienststellen mit den Bauprojekten beschäftigt, die in Euskirchen und in Mönchengladbach. 50 Millionen Euro sind allein für den Neubau des Autobahnkreuzes in Jackerath veranschlagt, eine ähnliche Summe für den 7,5 Kilometer langen, durch den Braunkohlentagebau erforderlichen Autobahnneubau.

Baustraßen wurden für die Maschinen und den Lieferverkehr asphaltiert, damit in der Nähe der Autobahn 61 möglichst wenig Dreck aufgewirbelt wird. Foto: Laaser, Jürgen

2012 wurde mit dem Neubau des Autobahnkreuzes begonnen, das auch viele Menschen aus dem Rhein-Kreis täglich nutzen. Im Jahr 2017 soll die Baustelle fertig werden. Danach können die Autobahn 61 zwischen Jackerath und Wanlo zurückgebaut und die Fläche für den Kohlenabbau genutzt werden. "Wir liegen im Zeitplan", sagt Hans-Werner Seul, der beim Landesbetrieb Straßen NRW in Euskirchen für das Projekt verantwortlich zeichnet. Er hat die Kontrolle darüber, dass vier Brücken für das Autobahnkreuz neu errichtet werden und eine für die Landstraße 277 bei Jackerath. Und er überwacht, dass die bis zu 1,2 Millionen Kubikmeter Schüttmaterial entsprechend der Pläne in die Dämme und Wälle des neuen Autobahnkreuzes eingebaut werden.

Die ersten Brücken werden gebaut, eine führt über die A 61. Foto: Laaser, Jürgen

"Es handelt sich dabei um Kies aus dem Tagebau, der uns von RWE zur Verfügung gestellt wird. Der Kies wird uns von einem Absetzer an einen Platz in der Nähe der Baufläche geliefert, wo wir ihn mit Kippern über eine speziell eingerichtete Rampe abholen können", erklärt Seul. 4000 bis 5000 Kubikmeter Kies werden an einem durchschnittlichen Tag eingebaut, an manchen Tagen mehr. Benötigt wird das Schüttmaterial, um eine Trasse von drei Kilometern für die neue A 44 bei Jackerath anzufüllen und um Dämme für die Überleitungsstrecken zur A 61 und zur neuen Autobahnabfahrt anzulegen. Der höchste Punkt, den Autofahrer in Zukunft im Autobahnkreuz passieren, liegt gute elf Meter über den umliegenden Feldern.

Die Erdarbeiten sind weit fortgeschritten. Eines von zwei Versickerungsbecken mit Ölabscheider ist bereits errichtet. Zwei Ausgleichsflächen wurden schon bepflanzt. Und vier von fünf Brückenbauwerke sind in der Entstehung, wobei die Hauptbrücke noch fehlt. Sie wird einmal die A 44 über die A 61 führen. Beim Brückenbau sind bis zu zehn Bauarbeiter draußen, bei den Erdarbeiten 25 bis 30. "Dann fahren teils 20 Lkw und zwei Bagger und zwei Walzen sind im Betrieb", erklärt Seul. Außerdem sind er und zwei Projektleiter des Landesbetriebs Straßen regelmäßig vor Ort.

Deutlich wird sich das Bild auf der Großbaustelle bald wieder ändern. "Gerade wurde der Auftrag für das Asphaltieren auf der östlichen Seite für 4,6 Millionen Euro erteilt", sagt Seul. Auch dann bleibt der Verkehr auf der A 61 und im alten Autobahnkreuz Jackerath noch weitgehend von der Baumaßnahme unbeeinträchtigt. "2016 werden wir dann allerdings massiv in den Verkehr auf der A 61 eingreifen müssen, um die Anschlüsse zum neuen Autobahnkreuz herstellen zu können", richtet Hans-Werner Seul den Blick nach vorne. Sperrungen seien aber nur nötig, wenn die Gerüstträger für die Brücken aufgelegt werden.

(NGZ)
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