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Grevenbroich: Fuchs-Vierlinge gerettet

Grevenbroich : Fuchs-Vierlinge gerettet

Spaziergänger entdeckten sie auf freier Wildbahn: Vier winzige Füchse, die ohne Mutter waren. Jetzt kümmern sich Zivildienstleistende um das niedliche Quartett. Mit Erfolg, die Jungen legen kräftig zu.

Thomas Välker hat in den vergangenen Wochen in mancher Nacht kaum ein Auge zubekommen. Schließlich galt es für den 20 Jahre alten Zivildienstleistenden, den Hunger von vier jungen Füchsen zu stillen. "Manchmal bin ich um drei Uhr aufgestanden, um ihnen die Flasche zu geben", erzählt er und schmunzelt. Mittlerweile kann sich Välker diese Arbeit sparen. Die etwa sechs Wochen alten Vierlinge trinken nun schon selbständig aus dem Napf.

Die kleinen Wildtiere mit dem roten Pelz sind vor drei Wochen im "Schneckenhaus" abgegeben worden. "Offensichtlich ist ihre Mutter gestorben", meint der städtische Umweltbeauftragte Norbert Wolf. Spaziergänger hatten die Tiere eine zeitlang beobachtet. Als es den Füchsen immer schlechter ging, brachten sie das Quartett in die Aufzuchtstation. "Die Jungen waren bereits dehydriert, wir mussten sie sorgsam mit der Flasche aufziehen", schildert Wolf. Zunächst stand Hundewelpenmilch auf dem Speiseplan der Mini-Füchse, mittlerweile gibt's Nassfutter und hin und wieder ein Eintagsküken für den größeren Hunger. "Als die Tiere abgegeben wurden, wog jedes von ihnen gerade einmal 200 Gramm. Mittlerweile sind sie mehr als doppelt so schwer", freut sich Wolf: "Die sind gut drauf."

Die tapsigen Jungtiere wurden in einer großen Voliere untergebracht, in dem sie munter herumtollen — wenn sie sich nicht gerade im tiefen Schlummer befinden. "Sie sind ja noch klein und schlafen natürlich dementsprechend fest", meint der Umweltschutzbeauftragte. Einige Wochen lang werden die Vierlinge noch in dieser Voliere zu sehen sein. Danach werden sie in ein Gehege gebracht, das mit Holzbalustraden und Schilfmatten gegen neugierige Blicke der "Schneckenhaus"-Besucher abgeschirmt wird. "Damit werden die Füchse langsam auf das Auswildern vorbereitet", sagt Norbert Wolf.

Dass so etwas durchaus erfolgreich über die Bühne gehen kann, weiß Helmut Sütsch. Der Langwadener Tierfilmer begleitete mit seiner Kamera zwei Jahre lang den Fuchs "Knud", der ebenfalls als Jungtier vom "Schneckenhaus"-Team aufgezogen wurde. ",Knud hat eine Fähe gefunden und mittlerweile eine eigene Familie gegründet", freut sich Wolf.

Der Grevenbroicher Umweltschutzbeauftragte weiß, dass er bei der Aufzucht und anschließenden Auswilderung von Füchsen in der Kritik von Jägern steht. "Für unsere Arbeit im ,Schneckenhaus' steht das Tier an erster Stelle", meint er: "Auch kleine Füchse haben ein Recht auf Leben. Wenn sie schon aus Zufall gefunden werden, sollte man sie nicht sterben lassen."

(NGZ)