Grevenbroich: Frimmersdorf Standort für Strom-Konverter?

Grevenbroich : Frimmersdorf Standort für Strom-Konverter?

Zum Ende des Jahres gehen im Kraftwerk Frimmersdorf die letzten 150-Megawatt-Blöcke vom Netz, dann laufen nur zwei 300-MW-Blöcke. Noch hat RWE Power keine Pläne für die künftige Nutzung vorgestellt.

Nun bringt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke das Areal "für die vom Netzbetreiber Amprion geplante Konverter-Anlage für die künftige ,Stromautobahn'" ins Gespräch.

Das Projekt sorgt im Kreis für Diskussionen. Der Meerbuscher Rat sprach sich in einer Resolution einstimmig gegen einen geplanten Standort in Osterath aus. Zum Hintergrund: Die Energiewende erfordert neue leistungsfähige Leitungsnetze zwischen Nord- und Süddeutschland. Bis zu vier Stromautobahnen sind geplant, der Korridor einer Trasse würde durch den Kreis führen. "Bei diesen Netzen ist eine neue Technik mit Gleichstrom geplant. Im Konverter wird der Gleich- in Wechselstrom umgewandelt, um ihn ins übrige Netz einzuspeisen", erläutert Marian Rappl, Sprecher bei Amprion.

Der Platzbedarf für den Konverter ist gewaltig: rund zehn Hektar Fläche. Der Landrat spricht sich "gegen erhebliche Eingriffe ins Landschaftsbild" aus. Vielmehr solle die Unterbringung "in geeigneten Gewerbe- und Industriegebieten" geprüft werden. Zudem schlägt er vor, das RWE-Kraftwerk Frimmersdorf "als Standort zu prüfen, weil dort schon eine Großanlage ohne Nähe zur Wohnbebauung existiert". RWE hält 25 Prozent an Amprion.

Bislang gehört das Kraftwerk nicht zu den untersuchten Standorten. Rappl: "Wir haben fünf Knotenpunkte darauf überprüft, ob sie sich technisch und netzplanerisch eignen" — etwa in Osterath, Gohr und Rommerskirchen (das Umspannwerk mit dem Namen liegt auf Bergheimer Gebiet). "Der Standort in Osterath hat sich als am besten geeignet erwiesen", so Rappl. Werden weitere Standorte geprüft? "Bevor wir in die Detailplanung einsteigen, müssen wir den Bundesbedarfsplan für das Übertragungsnetz abwarten", heißt es bei Amprion.

(NGZ/rl)
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