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Grevenbroich: Friedhofsgebühren sollen drastisch steigen

Grevenbroich : Friedhofsgebühren sollen drastisch steigen

Für Bestattungen müssen die Grevenbroicher 2014 wohl erheblich tiefer in die Tasche greifen – Gebührensprünge um bis zu 24 Prozent plant die Verwaltung. Ausschuss und Verwaltung suchen Möglichkeiten zur Kostensenkung.

Für Bestattungen müssen die Grevenbroicher 2014 wohl erheblich tiefer in die Tasche greifen — Gebührensprünge um bis zu 24 Prozent plant die Verwaltung. Ausschuss und Verwaltung suchen Möglichkeiten zur Kostensenkung.

Der Arbeitskreis Bestattungswesen ging auf Tour: Politiker und Vertreter der Verwaltung besuchten im Sommer alle 16 Friedhöfe im Stadtgebiet, um zu prüfen, wo Kosten gesenkt werden können. Die Diskussion dürfte jetzt neuen Auftrieb erhalten: Nach den Berechnungen im Rathaus müssen Grevenbroicher bei den Friedhofsgebühren 2014 zum Teil erheblich mehr zahlen — etwa fürs Grab-Nutzungsrecht drohen happige Sprünge. Für ein Reihengrab werden danach 1779 Euro fällig (+18,4 Prozent), für ein Wahlgrab 2294 Euro (+10,9 Prozent). Ein anonymes Urnenreihengrab soll 1869 kosten (+18,3 Prozent), ein Urnenwahlgrab sogar 2434 Euro (+24,5 Prozent).

Noch handelt es sich um einen Entwurf, mit dem sich am Mittwoch der Ausschuss für Landschaftspflege und Umweltschutz befasst. Der Haupt-Grund für den Anstieg: Für die Nachkalkulation der Friedhofskosten 2012 ist "ein Fehlbetrag in Höhe von 148 442,67 Euro auszugleichen", erläutert Technischer Beigeordneter Werner Hoffmann. Eine Ursache: Die Zahl der Beerdigungen lag 2012 mit 593 deutlich unter denen der Vorjahre.

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Von den für 2014 geplanten Erhöhungen sind auch viele Bestattungsarten betroffen: Eine Urnen-Bestattung — die am häufigsten gewählte Form in Grevenbroich — soll 245 statt 212 Euro kosten (+15,6 Prozent). Auch für Bestattungen in Reihen- und Wahlgräbern sind Erhöhungen von zehn Prozent oder mehr vorgesehen. Umbettungen dagegen werden preiswerter.

Ein kleiner Trost: "Mit den für 2014 geplanten Gebühren liegen wir etwa auf dem Niveau von 2009, sagt Ralf Cremers, CDU-Ratsherr und Sprecher der Fraktion im Ausschuss. Nach deutlichen Erhöhungen gab's auch Senkungen. Die Politik will weitere Sprünge nach oben verhindern, Ausschussvorsitzender Uwe Schmitz (FDP) hatte die Devise ausgegeben: "Die Gebühren dürfen nicht ins Uferlose steigen."

Als ein Kostentreiber stellten sich Trauerhallen und andere Gebäude heraus. Allein für die acht Trauerhallen rechnet die Verwaltung 2014 mit 120 380 Euro Kosten, dabei ist aufgrund "der Anzahl der Bestattungen für das gesamte Stadtgebiet unter Auslastungsgesichtspunkten eine einzige Trauerhalle ausreichend", erläutert Hoffmann. Die Hallen werden immer seltener genutzt: 2012 nur noch 284 mal gegenüber 428 Mal 2009. Um die Nachfrage zu steigern, liegt die Nutzungsgebühr bei nur 250 Euro — kostendeckend wären 2014 501 Euro.

Mit Vorschlägen zur Kostensenkung rechnet Ralf Cremers für Anfang 2014. Doch er sagt auch: "Uns stehen nur wenige Stellschrauben zur Verfügung. An die größten Kostenblöcke kommen wir nicht heran — an die Zahlungen für die Pflege an die Wirtschaftsbetriebe, an die wir bis 2017 vertraglich gebunden sind." Rund 1,1 Millionen Euro erhalten die WGV im Jahr. "Wir fordern, dass die Stadt künftig Leistungen zu marktüblichen Preisen einkauft", so Cremers — die WGV liege bei der Verrechnung einer Arbeitsstunde deutlich höher als "auf dem freien Markt. Sein Vorschlag: "Die Pflegearbeiten für Friedhöfe einzeln ausschreiben, wobei sich auch die WGV beteiligen können."

(NGZ)