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Friedhof in Grevenbroich: Wird Aschestreufeld in Neuenhausen verlegt?

Friedhöfe in Grevenbroich : Aschestreufeld soll an geeigneteren Standort verlegt werden

Seit einem Jahr wird über das Aschestreufeldes auf dem Neuenhausener Friedhof diskutiert. Politiker kritisieren dessen Zustand.

Die Fraktionen von CDU, FDP und UWG machen jetzt einen Vorschlag für eine Lösung, um Trauer in Würde zu gewährleisten. Das Feld soll auf eine Fläche an der Trauerhalle verlegt und ansprechend gestaltet werden. Mit dem Gemeinschaftsantrag wird sich am 19. März der Umwelt- und Landschaftspflegeausschuss befassen.

Im März 2019 hatte FDP-Ratsherr Peter Cremerius auf die Situation am heutigen Aschestreufeld nahe des Friedhof-Eingangs aufmerksam gemacht, die er als „gammelige Wiese“ und „unwürdig“ bezeichnete. Die Fläche sei oft verschlammt. Zudem versickere die verstreute Asche nicht rasch, sei manchmal tagelang im Gras sichtbar. Und ein Hinweis, dass es sich beim Grün um eine Ruhestätte handele, fehle. Bei der Beerdigung seien Trauergäste „geschockt“ gewesen, berichtete  Cremerius.

Die Stadt kündigte an, die Wiese „kurzfristig“ in einen ordentlichen Zustand zu ersetzen. Doch laut Cremerius hat sich nichts „Gravierendes“ verändert. Das Areal sei auch heute „mehr Acker als Wiese“. „Der Standort ist ungeeignet, das Aschestreufeld muss verlegt werden“, erklärt Umweltausschussvorsitzender Ralf Cremers (CDU).  Die Wiese liege im Schatten, der Rasen wachse nicht gut. Auch der lehmhaltige Boden sei ein Problem.

Die Politiker haben sich Gedanken um die konkrete Gestaltung des neuen Aschestreufeldes an der Trauerhalle gemacht. Foto: Ralf Cremers

Im Rathaus werden ebenfalls Mängel gesehen. Wegen umstehender Nadelbäume sei die Wiese „verschattet, schnell verschlammt und vermoost“, sagt Stadtsprecher Stephan Renner. Sie sei dann „unansehnlich, einem würdigen Gedenken nicht angemessen“. Ende 2019 hatten die Stadtbetriebe Verbesserungsvorschläge gemacht. Neuer Rasen solle gesät, die Pflanzen-Einfassung durch eine Eibenhecke ersetzt werden. Eine Kette am Zugang solle darauf hinweisen, dass das Betreten nur zur Ausstreuung der Totenasche betreten werden soll.

Als „wenig ambitioniert“, bezeichnet Cremerius die Vorschläge. Die Stadt bat Politiker um eigene Ideen. Cremerius und Cremers machten sich auf die Suche nach  einem besseren Ort. Im Antrag schlagen CDU, FDP und UWG eine Fläche auf dem Rasenhang zwischen der Trauerhalle und einer Birkengruppe vor: „Diese erweist sich schon aufgrund der ansprechenden Umgebung und Sonnenlage als sehr geeignet.“

Für ein  Streufeld sei „der Boden tiefgründig auszutauschen und mit drainagefähigem Lava-Substrat zu ersetzen“. Das Streufeld solle als Oval angelegt und mit einem Rabatten-Geländer eingefasst werden. „Ein Weg um das Feld gestattet dem Bestatter die gleichmäßige Verstreuung.“ Für die Trauernden solle ein Weg zum Feld und eine kleine Fläche für Blumen geschaffen werden. Schließlich solle ein Schild auf die Nutzung als Ruhe- und Trauerstätte hinweisen.

Die Stadt sieht auch beim vorgeschlagenen Standort Probleme. „Der Boden ist stark verdichtet, leidet unter Versumpfung“, sagt Renner.  „Die Situation ist nicht viel anders als am heutigen Standort. Wir schlagen dem Ausschuss vor, die Stadtbetriebe zu beauftragen, eine geeignete Fläche zu suchen.“