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Grevenbroich: Friedhöfe: Politiker prüfen Kosten

Grevenbroich : Friedhöfe: Politiker prüfen Kosten

CDU fordert ein neues Pflegekonzept und mehr pflegearme Rasengräber.

In zwei Wochen, am 19. Juni, soll sich ein Arbeitskreis des Umweltausschusses treffen. Seine Aufgabe: Mit der Verwaltung wollen die Politiker die 16 städtischen Friedhöfe unter die Lupe nehmen, Verbesserungsmöglichkeiten und Einsparpotenzial ausloten. Einige Politiker hatten sich bereits auf dem Melaten-Friedhof in Köln umgesehen und sich über neue Bestattungsformen wie Gemeinschaftsgräber informiert.

Für die CDU-Fraktion ist klar, dass sich etwas ändern muss auf den Friedhöfen. "Wie es heute ist, können wir es nicht weiter laufen lassen", betont Ratsherr Ralf Cremers im Vorfeld des Treffens. "Viele Trauerhallen und Kühlzellen sind in schlechtem Zustand, uns laufen die Kosten weg. Und die Bedürfnisse der Bürger haben sich geändert", so der CDU-Politiker. "Wir müssen die Weichen für die nächsten 20, 30 Jahre stellen — eine Lösung finden, mit der wir die Friedhöfe in einen besseren Zustand bringen und bei der die Gebührenbelastung erträglich bleibt." Bei anderen Parteien werde das Thema ähnlich gesehen. Im Herbst hatte der Ausschuss die Reißleine gezogen, als die Gebühren um bis zu mehr als zehn Prozent zu steigen drohten. Im Rathaus wurde neu gerechnet, der Anstieg fiel moderater aus. Ausschussvorsitzender Uwe Schmitz (FDP) kündigte damals die intensive Beschäftigung mit den Anlagen an.

Eine Lösung für die Zukunft, für die sich die CDU stark macht: Rasengräber, bei denen eine in die Wiese eingelassene Steinplatte an den Verstorbenen erinnert. "Menschen, die etwa weggezogen sind, haben oft keine Zeit, um sich intensiv um das Grab eines Angehörigen zu kümmern", so Cremers. Rasengräber, die es bislang nur in Elsen gibt, seien für Familien pflegefrei "und werden auf Dauer auch den Anteil der Pflegekosten an den Friedhofsgebühren reduzieren".

Zudem stellt die CDU-Fraktion fest, "dass der Zustand der Friedhöfe über die Jahre schlechter geworden ist". Im Zuge "falsch verstandener Pflegekostenoptimierung" sei der Baumbestand deutlich zurückgegangen. "Wir brauchen ein vernünftiges Pflegekonzept. Es darf nicht sein, dass — wie in Neukirchen — in Sichtweite der Trauernden gegrillt werden kann und keine trennende Hecke vorhanden sind", kritisiert Ralf Cremers.

Klar spricht er sich gegen die Schließung von Friedhöfen aus — in diesem Sinne hatte sich auch Schmitz früher schon geäußert.

(NGZ)